BR24 Logo
BR24 Logo
BR24 - Hier ist Bayern
Stillleben aus Essig, Senfkörnern im Mörser, Persilie und Senf

Stillleben aus Essig, Senfkörnern im Mörser, Persilie und Senf

Bildrechte: picture alliance / imageBROKER | J. Pfeiffer
29
Per Mail sharen

    Wegen Ukraine-Krieg: Senf könnte in Deutschland knapp werden

    Fast 80 Prozent der in Deutschland importierten Senfsaaten kommen aus Russland oder der Ukraine. Wegen des derzeitigen Krieges rechnen die Hersteller ab der zweiten Jahreshälfte mit Engpässen für die Produktion. Vorerst reichen die Vorräte noch aus.

    Von
    Ulrich Möller-ArnsbergUlrich Möller-Arnsberg
    29
    Per Mail sharen

    In Deutschland könnte ab dem Herbst Senf knapp werden. Denn aus Russland und der Ukraine kommen fast 80 Prozent der importierten Senfsaaten. Wegen des Kriegs in der Ukraine stelle sich allmählich eine Verknappung des Rohstoffs ein, sagt Markus Weck, Hauptgeschäftsführer des Lebensmittelverbandes Kulinaria.

    Er fürchte, so Weck gegenüber der "Welt", diese Verknappung werde sich in den kommenden Wochen und Monaten verschärfen. Der Verband vertritt rund 130 Unternehmen, die unter anderem Senf herstellen.

    "Keine Senfkörner mehr auf dem Weltmarkt"

    Franz Wunderlich, Inhaber des Regensburger Senfherstellers Händlmaier, versucht nun aus Kanada, Senfsaaten zu bekommen. Gegenüber BR24 erklärte er, Kanada sei der nächstgrößte Anbieter hinter Russland und der Ukraine. "Wir haben per Luftfracht noch kurzfristig kanadische Senfkörner bekommen, allerdings zu den höchsten Preisen, die wir je für Rohware bezahlt haben."

    Mittlerweile funktioniere aber auch das nicht mehr. "Aktuell gibt es auf dem Weltmarkt keine Senfkörner mehr zu kaufen." Händlmaier stelle daher die ersten Maschinen ab: "Wir reduzieren unsere Senf-Produktion und können dadurch voraussichtlich bis August lieferfähig bleiben."

    51,9 Prozent Senfsaat aus Russland, 27,6 Prozent aus der Ukraine

    Die Vorräte in den Silos der Hersteller reichen je nach Unternehmen noch für die nächsten Monate aus. Schwierig könnte es dann in der zweiten Jahreshälfte 2022 und im ersten Halbjahr 2023 werden. Und zwar, insofern die Aussaat nicht möglich sei, sagt Weck vom Lebensmittelverband Kulinaria. Die Aussaat müsse "in den kommenden beiden Wochen passieren".

    Nach Angaben von Kulinaria wurden in Deutschland im Jahr 2020 insgesamt 38.320 Tonnen Senfkörner importiert, davon 51,9 Prozent aus Russland, 27,6 Prozent aus der Ukraine und 10,2 Prozent aus Kanada. Vier Prozent der Senfkörner stammten aus Estland und 6,4 Prozent aus sonstigen Staaten. Produziert wurden hierzulande knapp 81.000 Tonnen Senf im Wert von rund 167 Millionen Euro - der Pro-Kopf-Verbrauch lag bei 805 Gramm.

    "Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht's zur Anmeldung!

    Schlagwörter