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Die türkische Wirtschaft hat enorm unter den Folgen der Corona-Pandemie gelitten.

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    Türkische Wirtschaft bricht in Corona-Krise ein

    Die türkische Wirtschaft ist von der Corona-Krise hart getroffen worden. Laut türkischem Statistikamt kämpft das Land mit dem stärksten Rückgang der Wirtschaftsleistung seit Beginn der Aufzeichnung. Auch die Lira gerät stärker unter Druck.

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    • BR24 Redaktion

    Die Corona-Krise hat für einen historischen Konjunktureinbruch in der Türkei gesorgt. Wie das türkische Statistikamt erklärte, lag das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal elf Prozent unter dem Niveau des ersten Quartals. Das ist der stärkste Rückgang der Wirtschaftsleistung seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1998.

    Alle Informationen zu den Corona-Entwicklungen im BR24-Ticker.

    Historischer Einbruch – dennoch weniger schlimm als erwartet

    Im Vergleich zum Vorjahresquartal fiel die Wirtschaftsleistung in der Türkei um 9,9 Prozent und ging somit so stark zurück wie seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr. Dennoch ist der Einbruch geringer als erwartet: Analysten hatten zuvor mit einem durchschnittlichen Rückgang von 10,7 Prozent gerechnet. Außerdem ist der Rückgang weniger stark als in anderen Schwellenländern.

    Ausbleibende Touristen sorgen in Corona-Krise für fehlende Einnahmen

    Wirtschaftliche Einbußen könnten zum einen auf die fehlenden Touristen in der Urlaubssaison zurückzuführen sein. Wegen der Corona-bedingten Reisebeschränkungen kamen deutlich weniger Urlauber, wichtige Einnahmen blieben aus. Die Türkei hat sich gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie ähnlich wie andere Länder mit hohen Staatsausgaben, einer lockeren Geldpolitik und zahlreichen Kreditprogrammen gestemmt.

    Zeitgleich macht der Türkei eine Währungskrise zu schaffen: Die Landeswährung Lira steht seit einiger Zeit deutlich unter Druck: In den vergangenen Wochen fiel sie auf immer neue Rekordtiefs. Wegen der relativ niedrigen Zinsen und der zugleich hohen Inflation liegt der für Investoren maßgebliche Realzins im negativen Bereich. Das sorgt für ein Abebben des ausländischen Kapitalflusses, auf den die Türkei wegen ihres chronischen Leistungsbilanzdefizits aber angewiesen ist.

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