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Was sich 2020 im Gesundheitswesen ändert | BR24

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Neues Jahr, neue Gesetze und Regelungen: Das betrifft auch den Gang zum Arzt oder in die Apotheke. Insgesamt soll vieles einfacher werden ... und günstiger!

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Was sich 2020 im Gesundheitswesen ändert

Masern-Impfpflicht in Kitas und Schulen, eine Rufnummer für medizinische Probleme, Wiederholungsrezepte für chronisch Kranke und Gesundheitsapps – vom Doktor verschrieben. Das neue Jahr bringt viele Neuerungen, doch nicht alle sind positiv.

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Seit einigen Monaten begleiten sie uns, die beiden Elfen, die von Plakatwänden herunterlächeln und für die Nummer des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes werben. 116 117 oder eben Elf 6, Elf 7. Die Nummer gibt es schon länger, ab Januar bekommt sie neue Funktionen. Früher war sie für Patienten da, die außerhalb der regulären Sprechzeiten ein medizinisches Problem hatten. Jetzt ist sie rund um die Uhr besetzt.

116 117 – Künftig eine Nummer für alle medizinischen Probleme

Die Anrufer erreichen Fachpersonal, das direkt die Dringlichkeit des Problemes einschätzt und einen ins Krankenhaus oder eine Arztpraxis schickt. Außerdem vermitteln die Mitarbeiter auf Wunsch auch einen Termin beim Facharzt.

"Bei Erkrankungen, die man auch Bagatellerkrankungen nennt, bekommt man einfache Hilfen. Und bei Erkrankungen, die mehr brauchen, ist dann mit dieser Nummer zum Beispiel auch eine Krankenhausbehandlung möglich." Wolfgang Krombholz, Kassenärztliche Vereinigung Bayerns

Wiederholungsrezepte sollen Zeit und Wege sparen

Ab März gibt es Wiederholungsrezepte für chronisch Kranke. Ist die Packung leer, muss der Patient nicht wieder in die Praxis, sondern bekommt das Medikament in der Apotheke erneut. Und zwar bis zu drei Mal. Das spart Zeit und Wege.

Kinder müssen gegen Masern geimpft werden

Ebenfalls ab März gibt es eine Masern-Impfpflicht. Eltern müssen vor der Aufnahme der Kinder in Kitas oder Schulen nachweisen, dass diese geimpft sind. Für Kinder, die schon zur Kita oder in die Schule gehen, muss der Nachweis bis zum 31. Juli 2021 erfolgen. Bei Verstößen droht ein Bußgeld von bis zu 2.500 Euro.

© dpa-Bildfunk/Julian Stratenschulte

in Kinderarzt impft ein einjähriges Kind in den Oberschenkel mit dem Impfstoff Priorix.

Gesetzliche Kassen verlangen höhere Zusatzbeiträge

Für Patienten ärgerlich: Einige müssen für ihre Krankenversicherung eventuell tiefer in die Tasche greifen. Der Zusatzbeitrag steigt von durchschnittlich 0,9 auf 1,1 Prozent. Auf der Seite des Spitzenverbandes der Krankenkassen sind alle Zusatzbeiträge aufgelistet.

Gesundheitsapps auf Rezept lassen auf sich warten

Außerdem sollen Ärzte in Zukunft Gesundheitsapps verschreiben können. Das sind zum Beispiel Tagebücher für Diabetiker oder Programme, um Depressionen oder Tinnitus zu behandeln. Die Kassen übernehmen dann die Kosten. Eine Liste mit den entsprechenden Apps wird das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte aber wohl erst in einigen Monaten veröffentlichen.

Neue Pflegeausbildung soll Beruf attraktiver machen

Die Ausbildung in der Pflege wird neu geregelt. Die bisherigen Ausbildungen werden zu einer neuen generalistischen zusammengeführt. Bisher wurden Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpfleger getrennt ausgebildet, künftig erhalten sie in den beiden ersten Jahren eine identische Ausbildung, danach spezialisieren sie sich.

Pflegende sollen künftig leichter zwischen den unterschiedlichen Bereichen wechseln können und Aufstiegsmöglichkeiten erhalten. Außerdem sollen die Löhne angeglichen werden. Experten hoffen, dass der Pflegeberuf durch die Reform attraktiver wird und sich mehr Menschen für eine Ausbildung in dem Bereich entscheiden.

© picture alliance / Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB

Pflegeschüler üben in einer Altenpflegeschule das Blutdruckmessen.

Hebammen studieren künftig und bekommen dafür Geld

Auch bei den Hebammen wird die Ausbildung umgestellt. Hebammen erlernen ihren Beruf in Zukunft im Rahmen eines Hochschulstudiums. Die Ausbildung besteht ab 2020 aus einem drei- bis vierjährigen Bachelorstudium mit hohem Praxisanteil und einer staatlichen Abschlussprüfung. Die Studierenden werden während der gesamten Dauer des Studiums vergütet.