BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: picture alliance/Sven Hoppe/dpa

Was macht eine deutsche Atomenergie-Firma, wenn das ganze Land gerade dabei ist, seine letzten Atomkraftwerke abzuschalten? Zehn Jahre nach dem Atomunglück von Fukushima ist bei Framatome in Erlangen weiter Hochbetrieb.

28
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Was macht ein Unternehmen wie Framatome nach dem Atomausstieg?

Was macht eine deutsche Atomenergie-Firma, wenn das ganze Land gerade dabei ist, seine letzten Atomkraftwerke abzuschalten? Zehn Jahre nach dem Atomunglück von Fukushima herrscht bei Framatome in Erlangen weiter Hochbetrieb.

28
Per Mail sharen
Von
  • Henry Lai
  • Wolfram Weltzer

März 2011. Die Nuklearkatastrophe von Fukushima und die Bilder, die damals überall zu sehen waren, sind vielen heute noch im Gedächtnis: Weißer Rauch, der aus den beschädigten Reaktorblöcken qualmt. Kolonnen von Reisebussen, die Bürger der japanischen Provinz evakuieren. Geisterstädte, die bis vor Kurzem noch erfüllt von Leben waren. Die Katastrophe hat nicht nur Bestürzung und Hilfsbereitschaft auf der ganzen Welt ausgelöst, sondern vielerorts auch ein Umdenken. In Deutschland führte Fukushima schließlich zum endgültigen Atomausstieg.

Geschäft hat sich gewandelt

Wolfgang Däuwel ist Standortleiter des Unternehmens Framatome mit Hauptsitz in Erlangen. Früher gehörte der Standort zu Areva, einem französischen Atomenergiekonzern. Damals, im März 2011, waren auch Mitarbeiter aus Deutschland vor Ort in Japan. Der deutsche Atomausstieg war für die Firma kein Todesstoß, auch wenn sich das Geschäft gewandelt hat.

Expertise weiterhin wichtig

"Wir bauen keine neuen AKWs", sagt Däuwel im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk – zumindest nicht in Deutschland. Aber, "wir sind nach wie vor dabei, die laufenden Anlagen zu bedienen", also zu pflegen und zu warten. Und letztendlich sei die kerntechnische Expertise der Framatome-Mitarbeiter auch beim Rückbau der Kraftwerke auf deutschem Boden notwendig.

Viele internationale Aufträge

Doch auch wenn die Meiler in Deutschland stillgelegt sind, werde den rund 3.000 Mitarbeitern von Framatome in Deutschland - von denen etwa 2.000 allein in Erlangen sitzen - nicht die Arbeit ausgehen. Denn schon jetzt mache das internationale Geschäft einen Großteil der Umsätze aus, erzählt Däuwel. Deutschland hat sich von der Kernkraft als Energiequelle abgewendet, andere Länder nicht. Dort würden noch AKWs gebaut und modernisiert – und da mische Framatome mit.

Sitz in Erlangen soll erhalten bleiben

Auch in Zukunft will Framatome seinen Sitz in Deutschland erhalten. "Unsere Basis in Deutschland ist nach wie vor die starke Kompetenz, die sich aus der Historie ergibt", so Däuwel im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk.

Dazu trage auch bei, dass der Standort in Erlangen nicht nur über das Know-how in Form von Ingenieuren verfüge, sondern auch über Laboratorien und Fertigungsstätten. Erst neulich hat das Unternehmen Mietverträge unterschrieben, die ihnen Räumlichkeiten auf dem Siemens-Campus zusichern. Ihm sei "nicht bange um die Zukunft", so Däuwel.

"Darüber spricht Bayern": Der BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!