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Bei der Deutschen Bahn drohen offenbar demnächst Streiks
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Anton Rauch
Birgit Harprath
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Bei der Deutschen Bahn drohen offenbar demnächst Streiks

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat ihr Tarifgespräche mit der Bahn abgebrochen. Das teilten ihre Verhandlungsführer nach der vierten Runde dem Bayerischen Rundfunk mit. Nun müssen sich Bahnkunden auf Warnstreiks einstellen. Die Gewerkschaft spricht sogar von erheblichen Zugausfällen. Wann und wo, das will sie noch nicht verraten. Es dürfte aber sicher auch Bayern treffen.

7,5 Prozent für 160.000 Beschäftigte

Über 40 Stunden haben Bahn und Gewerkschaft in Hannover die letzten Tage zusammengesessen. In der Nacht zum Samstag zog dann die EVG die Reißleine. Die Bahn wollte eine Laufzeit von 29 Monaten und bot mit 6,7 Prozent einen Prozent weniger, als die Gewerkschaft es sich vorgestellt hatte. Die wiederum hatte 7,5 Prozent für die rund 160.000 Beschäftigten gefordert. Auf Seiten der Bahn kann man den Abbruch der Gespräche nicht nachvollziehen. Das verunsichere die Kunden. Immerhin habe man insgesamt 6,7 Prozent geboten. Die EVG hält sich die Möglichkeit zu Gesprächen weiter offen. Man kehre an den Verhandlungstisch zurück, wenn von der Bahn die Bereitschaft zu einem ernsthaften Angebot komme. Die ersten Aktionen aber dürfte das vermutlich nicht stoppen.

GDL und Bahn setzen Verhandlungen am Dienstag fort

Ungeachtet des Gesprächsabbruchs mit der EVG will die Deutsche Bahn mit der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) ihre Tarifverhandlungen am Dienstag in Eisenach fortsetzen. Das meldet die GDL in einer Pressemitteilung. Die einzelnen Teilergebnisse der bisherigen Gespräche würden die Fortsetzung der Verhandlungen rechtfertigen, sagte der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky. Beim Arbeitszeitsystem seien deutliche Fortschritte erzielt worden. Auch die Zulagen seien abschlussfähig, heißt es in der Meldung der GDL. In anderen Punkten sei der DB-Vorstand aber noch nicht zu einem Abschluss bereit, betonte die GDL. Das betreffe das Tarifniveau für eine ausgegründete Tochterfirma, die Aufweichung der persönlichen Planungsicherheit und die Normen für das Gastro- und Zugpersonal. Die Fortsetzung der Verhandlungen bedeute einen denkbar hohen Vertrauensvorschuss der GDL, so Weselsky. Sollte sich die "Tarifrunde 2018 als großes Kino" herausstellen, drohte Weselsky mit Dienst nach Vorschrift und damit verbundenen gravierenden Auswirkung für die Kunden.

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