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Der bayerische Chemiekonzern Wacker will künftig mit seiner kleinsten Sparte Biosolutions Impfstoffe produzieren – im Auftrag für deren Entwickler, also beispielsweise für Curevac. Das kündigte Wacker bei der Vorstellung der Jahresbilanz an.

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Wacker Chemie will Impfstoff für Curevac produzieren

Der bayerische Chemiekonzern Wacker will künftig mit seiner kleinsten Sparte Biosolutions Impfstoffe produzieren – im Auftrag für deren Entwickler, also beispielsweise für Curevac. Das kündigte Wacker bei der Vorstellung der Jahresbilanz an.

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Von
  • Margit Siller

Wacker Chemie - mit weltweit 14.300 Beschäftigten - hat sich bislang in der Corona-Krise vergleichsweise gut geschlagen. So formulierte es der Vorstand auf der Wacker-Bilanzpressekonferenz. Der Umsatz sank im Vergleich zu 2019 zwar um fünf Prozent - auf knapp 4,7 Milliarden Euro. Doch wies Wacker nach einem hohen Verlust 2019 jetzt wieder einen Nettogewinn von 202 Millionen Euro aus.

Impfstoffproduktion als Zukunftsmarkt

Der Konzern ist nach eigenen Angaben der weltweit größte Produzent von Polysilicium, einem wichtigen Rohstoff sowohl für Halbleiter- als auch die Solarzellenproduktion. Ausgerechnet auf den kleinsten Geschäftsbereich mit dem Namen Biosolutions konzentrieren sich jetzt aber große Hoffnungen. Wacker Chemie will in großem Stil Impfstoffe für CureVac produzieren.

Geplant ist, dass Wacker in Amsterdam ab Juli jährlich mehr als 100 Millionen Dosen des Impfstoffs von Curevac herstellen wird. Was noch fehlt, ist die Zulassung der EU-Behörde EMA, die ebenfalls in Amsterdam sitzt.

Wacker verhandelt mit Curevac, Biontech und Moderna

Die Verhandlungen mit dem Tübinger Unternehmen laufen noch, deshalb werden nur die wichtigsten Eckdaten genannt. Wacker Chemie spricht außerdem mit Moderna und Biontech, die beide ebenfalls auf die neue mRNA-Technologie bei den Corona-Impfstoffen setzen und für die der börsennotierte Münchener Konzern als Auftragsfertiger tätig werden könnte.

Produktion von Impfstoffen in Amsterdam und Nünchritz

Der Standort Amsterdam könnte ausgebaut werden, um jährlich weitere 100 Millionen Dosen zu produzieren. Ausgelotet wurde auch eine Impfstoffproduktion am Wacker-Standort im sächsischen Nünchritz, auch dort könnten pro Jahr 100 Millionen Impfdosen hergestellt werden. Mittelfristig könnten es, bei entsprechenden Investitionen, noch sehr viel mehr werden.

Der Geschäftsbereich Biosolutions stand lange im Schatten der anderen drei Säulen für Silikone, Polymere und Polysilicium. Die wichtigsten Kunden gehören zur Halbleiter- und Photovoltaikindustrie, sowie zur Automobil- und Baubranche.

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