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VW kooperiert mit Amazon: Fabriken sollen digitaler werden | BR24

© dpa-Bildfunk/Julian Stratenschulte

Mitarbeiter montieren Kotflügel an einen Volkswagen Golf VII im Karosseriebau im VW-Werk

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    VW kooperiert mit Amazon: Fabriken sollen digitaler werden

    Volkswagen arbeitet künftig eng mit dem US-Technologieriesen Amazon zusammen. Ziel ist eine „Industrie-Cloud“. In dieser sollen die Daten aller Maschinen, Anlagen und Systeme aus den Fabriken des Konzerns zusammengeführt werden.

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    Es geht um gewaltige Datenmengen. Volkswagen will mit Hilfe von Amazon künftig alle Maschinen und Anlagen seiner weltweit 122 Werke vernetzen. Doch das ist nur der erste Schritt. Langfristig soll auch die globale Lieferkette von Volkswagen mit über 30.000 Standorten von mehr als 1.500 Zulieferern und Partnern Teil der Cloud werden. Damit will der Konzern virtuellen Zugriff auf jedes Detail bis zur kleinsten Schraube bekommen.

    VW will digitaler Schrittmacher werden

    Schafft der Wolfsburger Konzern den Aufbau dieser industriellen Cloud, dann würde er die sogenannte Industrie 4.0 so radikal wie bisher kein anderes vergleichbares Unternehmen in der Praxis einführen. In der digitalen Fabrik sollen künftig alle Abläufe transparent, messbar und flexibel gesteuert werden. Dies helfe, die Produktivität der Werke zu steigern, heißt es bei VW. Unlängst hatte Volkswagen angekündigt, bis 2025 die Produktivität im gesamten Produktionsnetzwerk - außer China - um 30 Prozent steigern zu wollen.

    VW-Konzern soll schneller werden

    Für Volkswagen ist die Zusammenarbeit mit Amazon eine radikale Wende. Bisher gilt der Konzern im Vergleich mit anderen großen Autobauern als relativ bürokratisch und langsam. Nun will Vorstandschef Herbert Diess aufs Gaspedal drücken. Dabei setzt er so stark auf Partnerschaften wie keiner seiner Vorgänger. In der Vergangenheit galt es bei VW als Maxime, so viel wie möglichst selbst in der Hand zu behalten. Angesichts des radikalen technologischen Wandels ist diese Strategie aber auch für einen Riesen wie VW kaum noch finanzierbar.

    Amazon greift etablierte Anbieter an

    Allerdings dürften Unternehmen wie Siemens und ABB die Kooperation argwöhnisch beobachten. Die beiden Industrieausrüster haben in den vergangenen Jahren eigene Cloud-Plattformen entwickelt, nun tritt hier mit Amazon ein finanzstarker Wettbewerber auf den Plan. Der Internet-Konzern aus Seattle setzt damit seine Strategie fort, ständig neue Geschäftsfelder zu erobern. So verdient das Unternehmen sein Geld seit Jahren nicht mehr nur als Online-Kaufhaus. Amazon ist längst auch ein wichtiger Cloud-Anbieter, betreibt eine der größten Flotten von Frachtflugzeugen oder entwickelt auch Roboter.