BR24 Logo
BR24 Logo
Wirtschaft

VW bietet Dieselkunden Vergleich an | BR24

© BR Marcus Weller

VW Werk Wolfsburg

11
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Video-Inhalten

VW bietet Dieselkunden Vergleich an

Der Vergleich zwischen VW und der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) für hunderttausende vom Dieselskandal betroffene VW-Kunden ist zwar gescheitert. Der Konzern will aber trotzdem zahlen.

11
Per Mail sharen
Teilen

VW und der Verbraucherzentrale Bundesverband vzbv hatten sich zwar auf einen Vergleich in einer Größenordnung von 830 Millionen Euro bereits verständigt, wie ein Firmensprecher meinte. Doch die Lösung sei gescheitert aufgrund unangemessener Anwaltsforderungen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat den Vorwurf zurückgewiesen. Nicht wegen den Honorarforderungen seien die Vergleichsverhandlungen gescheitert, sondern aufgrund mangelnder Bereitschaft von Volkswagen, ein transparentes, vertrauenswürdiges und für Verbraucher sicheres System der Abwicklung zu ermöglichen. Man sei über den heutigen Abbruch der Verhandlungen irritiert gewesen, teilte die vzbv mit.

VW will trotzdem zahlen

Auch wenn sich VW mit den Verbraucherschützern nicht einig wurde, will der Konzern nun den zehntausenden Klägern ein Vergleichsangebot unterbreiten, heißt es in einem VW-Statement: "Das Scheitern der Vergleichsverhandlungen mit dem Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) darf nicht zu Lasten der Kundinnen und Kunden gehen. Deshalb wird Volkswagen ihren Kundinnen und Kunden, die sich zur Musterfeststellungsklage angemeldet haben und die Vergleichskriterien erfüllen, den bereits ausgehandelten Vergleich auch ohne die Unterstützung des vzbv anbieten."

Deshalb werde den Kunden den bereits ausgehandelten Vergleich anbieten. Rein rechnerisch wären das bei 830 Millionen Euro und rund 440.000 Klägern um die 2.000 Euro. Für den Kunden sei das Scheitern des Vergleichs mit dem vzbv eigentlich egal, heißt es aus Unternehmenskreisen. Ab April soll die Möglichkeit für Einmalzahlungen stehen. Kläger, die das Angebot annehmen, verzichten dann aber voraussichtlich auch darauf, künftig von VW wegen des Dieselskandals Schadenersatz zu fordern.

Richter des Mammutverfahrens für Vergleich

Bei der Musterfeststellungsklage vor dem Oberlandesgericht (OLG) Braunschweig streitet VW und vzbw über Entschädigungen für vom Dieselskandal betroffene Autobesitzer. Die Verbraucherschützer wollen stellvertretend für die Autobesitzer mit einer sogenannten Musterfeststellungsklage feststellen lassen, dass der Autokonzern betroffene Dieselkäufer vorsätzlich und sittenwidrig geschädigt hat und deshalb Schadenersatz zahlen muss. Volkswagen argumentierte stets, dass die Kunden durch die Affäre keinen Schaden erlitten hätten. Das OLG hat die Streitparteien vor ein paar Wochen einen Vergleich nahegelegt. VW willigte Anfang des Jahres ein, Gespräche darüber aufnehmen zu wollen.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

© BR

Rund 2.000 Euro Entschädigung pro Kläger will VW zahlen. Für Dieselkunden ist das enttäuschend, so der BR-Wirtschaftsexperte Schrag. Zuvor hatte VW die offiziellen Vergleichsverhandlungen mit dem Bundesverband der Verbraucherzentralen aufgekündigt