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Vorsicht beim bargeldlosen Bezahlen: Es können Gebühren anfallen | BR24

© BR/Tobias Brunner

Das Vergleichsportal Biallo.de warnt vor einer Kostenfalle: Beim bargeldlosen Bezahlen verlangen viele Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbank Gebühren. Doch ein Blick auf die Details zeigt: Nur ein kleiner Teil der Kunden ist betroffen.

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Vorsicht beim bargeldlosen Bezahlen: Es können Gebühren anfallen

Das Vergleichsportal Biallo.de warnt vor einer Kostenfalle: Beim bargeldlosen Bezahlen verlangen viele Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbank Gebühren. Doch ein Blick auf die Details zeigt: Nur ein kleiner Teil der Kunden ist betroffen.

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Die Bankkarte auflegen, kurz warten und bei kleinen Beträgen noch nicht einmal die PIN eingeben – schon ist der Einkauf im Supermarkt beglichen: Bargeldloses Bezahlen liegt in der Corona-Krise im Trend. Viele halten das für hygienischer als Münzen und Scheine. Auch Geschäfte werben deshalb mit Slogans wie "Kontaktlos bezahlen - Kontakt vermeiden" für die Kartenzahlung.

Doch so bequem dies auch sein mag, Kunden sollten bei ihrer Bank genau hinschauen. Denn mitunter können beim Einsatz der Karte Gebühren anfallen.

Bis zu 70 Cent pro Zahlung – aber nur bei manchen Konto-Modellen

Das Vergleichsportal Biallo.de hat insgesamt 820 Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbank untersucht. Das Ergebnis: Jedes zweite Institut erhebt Gebühren fürs bargeldlose Zahlen. Doch so einfach wie auf den ersten Blick ist die Rechnung nicht. Denn teilweise sind nur wenige Kunden mit speziellen Konto-Modellen betroffen.

Als negativen Spitzenreiter hat Biallo die Niederrheinische Sparkasse Rhein-Lippe ausgemacht mit 70 Cent pro Zahlung. In Bayern verlangen die Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren und die Sparkasse Oberland mit jeweils 60 Cent am meisten. Doch hier wird es komplexer.

Beispiel Sparkasse Oberland: Nur wenige Kunden nutzen Konto

Denn die Sparkasse Oberland aus Weilheim erklärt auf BR-Nachfrage, dass die 60 Cent ausschließlich für Kunden des Klassik-Kontos fällig werden. Und dieses würden weniger als sieben Prozent aller Kunden nutzen - Tendenz: sinkend. Konkret seien es von 70.200 Konten nur 4.700.

"Wir haben auch schon vor Jahren alle Kunden angeschrieben und gefragt, ob sie nicht wechseln wollen", sagt ein Sprecher. Das Konto biete die Bank außerdem seit 2012 nicht mehr aktiv neuen Kunden an.

Kosten für einzelne Transaktionen – dafür weniger Grundgebühr

Ein anderes Beispiel: die Volksbank Raiffeisenbank Dachau. Sie erhebt 50 Cent pro Zahlung – aber ebenfalls nur für Kunden des Klassik-Kontos. Zwar wird dieses laut der Bank immerhin von 40 Prozent genutzt, aber sie hätten sich bewusst dafür entschieden, erklärt ein Sprecher auf Anfrage: "Wir bestrafen die Leute nicht, weil sie mit Karte zahlen, sondern es ist Teil des Kontomodells."

Gebühren fielen auch bei Überweisungen oder anderen Zahlungsvorgängen an. Dies werde allen Kunden bei Vertragsabschluss entsprechend dargelegt. Warum sich dennoch einige für dieses Modell entscheiden? Weil die Grundgebühr niedriger sei, so die Begründung der Sparkasse.

Preis- und Leistungsverzeichnis regelt Gebühren der Banken

Wer bei möglichen Gebühren für das bargeldlose Bezahlen auf Nummer sichergehen will, prüft am besten das Preis- und Leistungsverzeichnis seiner Bank. Mitunter sind die Gebühren dort nicht sofort erkennbar, sie können sich auch hinter dem Stichwort "beleglose Buchungen" verstecken.

Viele Kunden müssen sich über diese Fragen aber auch keine Gedanken machen. Denn der Biallo-Untersuchung zufolge ist die Dienstleistung bei der anderen Hälfte der Sparkassen und VR-Banken kostenlos. Und auch bei den Direktbanken entstehen in der Regel keine Kosten.

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