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Vom Armenhaus zur Boomregion: Studie lobt die Nordoberpfalz | BR24

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Das Institut der Deutschen Wirtschaft stellt den beiden Nordoberpfälzer Landkreisen Neustadt an der Waldnaab und Tirschenreuth Bestnoten für die wirtschaftliche Dynamik aus. Aus dem einstigen Armenhaus Bayerns ist eine Boomregion geworden.

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Vom Armenhaus zur Boomregion: Studie lobt die Nordoberpfalz

Das Institut der deutschen Wirtschaft stellt den beiden Nordoberpfälzer Landkreisen Neustadt an der Waldnaab und Tirschenreuth Bestnoten für die wirtschaftliche Dynamik aus. Aus dem einstigen Armenhaus Bayerns ist eine Boomregion geworden.

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Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft ist der Landkreis Neustadt/Waldnaab eine der dynamischsten Regionen Deutschlands. Das geht aus dem so genannten Regionalranking des Instituts hervor, das vor Kurzem veröffentlicht worden ist. Der Landkreis Neustadt/Waldnaab ist demnach auf Platz zwei der dynamischsten Regionen Deutschlands, wenn man die Entwicklung in den vergangenen drei Jahren betrachtet. Platz drei belegt der benachbarte Landkreis Tirschenreuth. Untersucht hat das Institut für deutsche Wirtschaft die Entwicklung der Wirtschaftsstruktur, des Arbeitsmarktes und die Lebensqualität im Zeitraum der vergangenen drei Jahre.

Kleinteilige Wirtschaft als Erfolgsfaktor

Einst galt die Nordoberpfalz als Bayerns Armenhaus mit hohen Arbeitslosenzahlen aufgrund des Wegfalls der Porzellan- und Glasindustrie sowie der Randlage am Eisernen Vorhang. Abwanderung war die Folge, die aber inzwischen gestoppt ist. Die Wirtschaftsstruktur sei inzwischen kleinteiliger und belastbarer, so Neustadts Landrat Andreas Meier (CSU).

Zukunftsbranche Ecommerce

Rückgrat der Nordoberpfälzer Wirtschaft ist laut IHK das produzierende Gewerbe mit Maschinen- und Anlagenbau, Auto-Zulieferung oder nach wie vor Glas- und Keramikprodukten. Dazu kämen viele Unternehmen in den innovativen Zukunftsbranchen wie E-Commerce, IT oder Digitalisierung.

Gut für die Wirtschaft sei die gute Verkehrs-Anbindung mit den beiden Autobahnen A6 und A93 und vor allem die ausgewogene Bildungslandschaft. Jungen Menschen stehen vor Ort alle Bildungswege offen. Für Fachkräfte und wissenschaftliches Knowhow sorgt die ostbayerische technische Hochschule. Rund 80 Prozent der Absolventen bleiben nach dem Studium in der Region.

Mit eingeflossen in die Bewertung des Regionalrankings ist auch der Faktor Lebensqualität. Das Landleben werde wieder mehr geschätzt, glaubt der Landrat. Die Lebenshaltungskosten seien niedrig in der nördlichen Oberpfalz und die Kultur- und Freizeitmöglichkeiten vielfältig."

"Strukturwandel gut verkraftet"

Den Strukturwandel habe man "gut verkraftet", sagt Meier und das Selbstbewusstsein in der Region sei wieder gestiegen. Das hänge auch mit der Oberpfälzer Mentalität zusammen, so Meier. "Die reden vielleicht a bissl weniger, sondern handeln halt einfach." Ein Blick auf die Arbeitslosenzahlen zeigt, dass derzeit fast Vollbeschäftigung herrscht in den beiden Landkreisen Neustadt und Tirschenreuth.

Abwanderung gestoppt

Noch vor 15 Jahren lag die Arbeitslosenquote im Landkreis Neustadt/Waldnaab bei 8,6 Prozent, Ende 2019 bei 2,8 Prozent. Ähnlich ist die Entwicklung im Landkreis Tirschenreuth. Die Einwohnerzahlen haben sich in den vergangenen Jahren im Landkreis Neustadt/Waldnaab auf rund 94.500 eingependelt. Nach wie vor gibt es mehr Sterbefälle als Geburten, doch von 2018 auf 2019 hat die Einwohnerzahl um rund 100 Personen zugenommen. Auch die Geburtenzahlen würden wieder steigen, heißt es aus dem Landratsamt. Der Erfolg beim Regionalranking mache "stolz", sagt der Landrat und gebe "Ansporn und Auftrag so weiter zu machen".

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