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Bildrechte: Vitesco

Der Regensburger Automobilzulieferer Vitesco geht im September an die Börse. Vorstandschef Andreas Wolf hat jetzt seine Pläne vorgestellt. Das Unternehmen mit weltweit 40.000 Mitarbeitern – 3.000 davon in Regensburg – setzt voll auf Elektroantrieb.

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Vitesco vor dem Börsengang: das sind die Pläne für die Zukunft

In gut einem Monat soll der Regensburger Autozulieferer Vitesco an die Börse gehen. Wohin wird dann die Reise gehen für die Continental-Tochter? Jetzt hat Unternehmenschef Andreas Wolf über seine Pläne gesprochen. Es gibt gleich mehrere Optionen.

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  • BR24 Wirtschaft

Der Regensburger Antriebstechnik-Hersteller Vitesco denkt über Zukäufe nach der Abspaltung von Continental nach. Vitesco-Chef Andreas Wolf sagte, er könne sich Übernahmen zur Verstärkung des Geschäfts in einzelnen Weltregionen, aber auch einen großen Sprung vorstellen.

"Es gibt zwei Denkrichtungen: Eine Richtung wäre regional, zum Beispiel in China. Eine andere ist eine große Konsolidierung", sagte Wolf in München vor Journalisten. Entwicklungskosten lohnten sich für einen Konzern mit 20 Milliarden Euro Umsatz mehr als für ein Unternehmen mit zehn Milliarden. Für neue Technologien brauche Vitesco dagegen keine Zukäufe. "Wenn es Konsolidierung gibt, wird es sie ziemlich zügig geben", sagte Wolf.

Börsengang im September

Der Autozulieferer Continental hat angekündigt, die Regensburger Tochter Vitesco im September an die Börse zu bringen und deren Aktien dabei an die eigenen Aktionäre zu verteilen. Dank der großzügigen Kapitalausstattung sieht Wolf sein Unternehmen auch zu größeren Transaktionen in der Lage.

Vitesco verfüge über Barreserven von fast 700 Millionen Euro und Kreditlinien von einer Milliarde Euro. "Wir haben keine Schulden", betonte der Manager. Konkrete Akquisitionspläne gebe es momentan aber nicht. Zunächst wolle Vitesco den Schritt in die Selbständigkeit gehen.

Familie Schaeffler wird Hauptaktionär

Hauptaktionär dürfte damit die Familie Schaeffler werden, die neben dem gleichnamigen Autozulieferer 46 Prozent an Continental besitzt. Wolf rechnet damit, dass die Schaefflers ihre Vitesco-Aktien nach dem Börsengang behalten werden: "Wir gehen von einem nachhaltigen Invest aus." Spekulationen über ein Zusammengehen mit dem Herzogenauracher Schwesterunternehmen wies Wolf zurück: "Es gibt relativ wenige Überlappungen."

Vitesco-Chef setzt voll auf Elektroantrieb

In Vitesco hat Continental das Geschäft mit der Antriebstechnik für Autos mit Verbrennungsmotoren und für Elektroautos gebündelt. 90 Prozent des Umsatzes von zuletzt gut acht Milliarden Euro macht Vitesco noch mit Verbrennertechnik, die durch den beschleunigten Wechsel zur Elektromobilität unter Druck steht. Wolf setzt jedoch voll auf Elektroantriebe. "Unser relevanter Markt wächst mit über 30 Prozent pro Jahr", sagte er. "Wir gewinnen Marktanteile."

Zum Ende des Jahrzehnts will Wolf bereits drei Viertel des Umsatzes mit Elektroauto-Komponenten erwirtschaften. Das Ende des Benzin- und des Dieselmotors werde nicht erst 2035 kommen. "2032 wird keiner mehr ein Auto mit Verbrennungsmotor kaufen", sagte der Vitesco-Chef.

Vitesco hat weltweit an 50 Standorten rund 40.000 Mitarbeiter, davon am Hauptsitz in Regensburg rund 3.000.

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