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Ein von umgestürztem Baum in München schwer beschädigtes Auto
© dpa-Bildfunk/Sina Schuldt
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Ein von umgestürztem Baum in München schwer beschädigtes Auto

Die erste Voraussetzung dafür, dass eine Versicherung für einen Sturmschaden aufkommt ist die Windstärke. Mit mindestens acht Windstärken muss es geblasen haben. Prüfen lässt sich das beispielsweise anhand von Wetterdaten des Deutschen Wetterdienstes. Auch die Schäden im näheren Umfeld werden von Versicherungen berücksichtigt.

Schäden an Gebäuden

Bei Häusern ist die Wohngebäudeversicherung zuständig. Hat ein Sturm das Dach abgedeckt, Fenster zerbrochen oder die Haustür eingedrückt, muss sie bezahlen. Sie springt auch ein, wenn es brennt, Hagel Schäden verursacht, ein Blitz einschlägt oder Wasserleitungen platzen. Auch ein Baum der aufs Haus stürzt kann ein Fall für die Wohngebäudeversicherung sein.

Nicht versichert sind darüber sogenannte Elementarschäden. Dann also, wenn Hochwasser, Starkregen, Erdrutsche oder auch zu viel Schnee teure Schäden verursacht haben. Hierfür muss der Hausbesitzer eine Elementarschädenversicherung abgeschlossen haben.

Sonderfall Rohbau

Besonders anfällig für Sturmschäden sind Gebäude die noch nicht fertig sind. Hier trifft es beispielsweise häufig Gerüste. Schäden übernimmt hier eine Rohbauversicherung, ein Zusatzbaustein beispielsweise bei einer Wohngebäudeversicherung.

Wohnungseinrichtung muss extra versichert sein

Beschädigt ein Sturm Gegenstände im Haus oder in einer Wohnung, dann zahlt die Hausratversicherung. Sie ersetzt Möbel, Fernseher und andere kaputte Sachen. Allerdings meistens nur bis zu einer bestimmten Höchstgrenze, die beim Abschluss der Versicherung festgelegt wurde.

Wenn das Auto beschädigt wurde

Ab Windstärke acht zahlt beim Auto die Teilkaskoversicherung. Sie übernimmt die Kosten, die abgerissene Äste, umstürzende Bäume oder auch herabfallende Dachziegel angerichtet haben.

War der Wind nicht so stark, braucht es eine Vollkaskoversicherung. Die normale Haftpflichtversicherung hilft bei Sturmschäden dagegen gar nicht weiter – zumindest bei den eigenen Schäden.

Ist eine Sturmbö Ursache für einen Unfall, dann kann ab acht Windstärken die Teilkasko-Versicherung einspringen - beispielsweise dann, wenn ein Auto in den Straßengraben gedrückt wurde. Die Vollkasko zahlt dagegen so gut wie immer.

Der Baum in Nachbars Garten

Stürzt ein Baum in den Garten vom Nachbar oder gar auf dessen Haus, dann kann das ein Fall für die Haus- oder Grundbesitzer-Haftpflicht sein. Allerdings nur dann, wenn der Grundbesitzer haftbar gemacht werden kann, weil er beispielsweise nicht rechtzeitig darauf reagiert hat, dass ein Baum morsch ist.

Hat der Baumbesitzer allerdings seine Sicherungspflicht wahrgenommen, dann gilt ein Sturm als „höhere Gewalt“. Der Nachbar muss dann seinen Schaden selber tragen, wenn er keine eigene Wohngebäudeversicherung hat.

Was muss ich im Fall des Falles tun?

Schäden müssen einer Versicherung umgehend gemeldet werden. Details müssen dabei aber noch nicht unbedingt angegeben werden.

Schäden müssen auch so gering wie möglich gehalten werden. Kaputte Fenster müssen zum Beispiel mit einer Plane abgedeckt werden, damit kein weiteres Wasser eindringen kann. Auch Hausrat in betroffenen Räumen sollte in Sicherheit gebracht werden.

Damit ein Gutachter den Schaden später anschauen kann, sollte möglichst wenig verändert werden. Ist das nicht möglich, am besten Fotos zur Dokumentation machen. Um keine unnötigen Debatten zu haben, sollten beschädigte, versicherte Gegenstände aufgehoben werden, bis die Versicherung die Entsorgung freigegeben hat.

Bevor die Versicherung keine Zusage gemacht hat, sollte man auch keine Reparaturen bei Handwerkern beauftragen. Am besten die schriftliche Freigabe abwarten. Das gilt auch für den Neukauf von beschädigten Gegenständen. Nach vier Wochen kann man allerdings eine Abschlagszahlung fordern.

Versicherer rechnen mit bis zu 800 Millionen Euro Schaden

In ersten Schätzungen geht die Versicherungsbranche davon aus, dass "Eberhard" sie einen hohen dreistelligen Millionenbetrag kosten könnte. Beim Branchendienstleister Meyerthole Siems Kohlruss ist die Rede von 700 bis 800 Millionen Euro. Der Wettbewerber AON spricht von 600 Millionen Euro.