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Versicherer Allianz steigt in medizinische Fernbehandlung ein | BR24

© dpa/pa/Christin Klose

Symbolbild Telemedizin

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Versicherer Allianz steigt in medizinische Fernbehandlung ein

Seit bald einem Jahr ist es für Ärzte berufsrechtlich wesentlich einfacher, Patienten per Telefon oder Videoschalte zu behandeln – jetzt geht auch die Allianz über eine Tochterfirma auf diesen Markt. Ärzte reagieren skeptisch.

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Die Firma Medi24 ist nicht die erste, die in Deutschland medizinische Beratung und Behandlung aus der Ferne anbietet, doch das Tochterunternehmen der Allianz gibt sich ehrgeizig: Man wolle den deutschen Markt aktiv gestalten, sagt der Geschäftsführer Milan Kingreen:

"Wenn Sie zuhause auf dem Sofa sitzen und ihnen unwohl ist, sie zum Beispiel Fieber haben, dann können sie unsere Nummer anrufen und kriegen dort eben medizinische Beratung." Milan Kingreen, Geschäftsführer Medi24

Ärzte sehen medizinische Fernbehandlung skeptisch

Zunächst ist das Angebot kostenlos, später will Medi24 mit möglichst vielen Krankenversicherern Verträge abschließen, damit sie die Beratung und Behandlung bezahlen. In der Schweiz laufe dieses Modell bereits seit 20 Jahren mit Erfolg, erklärt die Firma. Der Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes, Markus Beier, ist aber skeptisch. Er fürchtet, dass irgendwann die Versicherungen die telemedizinischen Behandlungen, die eine Tochterfirma wie Medi24 organisiert, nicht nur bezahlen, sondern auch beeinflussen:

"Das, was dann die Allianz ihren Ärzten vorgibt, oder in Filtersystemen hat, das hat dann auch zu passieren." Markus Beier, Vorsitzender des bayerischen Hausärzteverbandes

Der Hausärztechef sieht aber auch Nachholbedarf bei den Medizinern, selbst eigene Angebote für die Fernbehandlung zu entwickeln.