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Verhandlungen ohne Erfolg: Siemens schließt Produktion Ruhstorf | BR24

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Anfang Februar hofften die mehr als 300 Siemens-Mitarbeiter in Ruhstorf, dass ein Investor möglicherweise den Standort übernimmt. Nun sind die Gespräche mit dem möglichen Investor geplatzt und Siemens schließt die Produktion Ende 2023.

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Verhandlungen ohne Erfolg: Siemens schließt Produktion Ruhstorf

Anfang Februar hofften die mehr als 300 Siemens-Mitarbeiter in Ruhstorf, dass ein Investor möglicherweise den Standort übernimmt. Nun sind die Gespräche mit dem möglichen Investor geplatzt und Siemens schließt die Produktion Ende 2023.

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Von
  • Katharina Häringer
  • BR24 Redaktion

Jetzt steht endgültig fest: Bis Ende 2023 werden am Siemens-Standort in Ruhstorf im Landkreis Passau die Bänder stillstehen. Siemens wird die Produktion schließen - ein Jahr später als geplant. Damit werden 330 Mitarbeiter ihre Arbeit verlieren. Das hat das Management der Belegschaft am Montag mitgeteilt und dem BR bestätigt. Gespräche mit einem möglichen Investor sind geplatzt.

"Ungleichgewicht von Kapazität und Marktnachfrage"

Als Grund führt Siemens das "Ungleichgewicht von Kapazität und Marktnachfrage" an. Von zwei deutschen Fertigungsstandorten - Ruhstorf und Nürnberg - könne künftig nur einer ausgelastet werden, heißt es.

"Es kam wie erwartet, trotzdem ist es hart für uns", sagt Betriebsratsvorsitzende Elke Malcher. Zuletzt hatte die Belegschaft auf einen Investor gehofft. Erste Gespräche liefen auch bereits. "Doch es war nicht der Richtige. Es hätte einen gebraucht, der sein Herzblut reinsteckt. Bei diesem Interessenten gab es zu viele Fragezeichen, womöglich hätte er uns in ein paar Jahren wieder verkauft", sagt Elke Malcher. Insofern sei es die richtige Entscheidung, sich nicht auf den Finanzinvestor einzulassen.

Produktlinien werden nach Nürnberg und Tschechien verlagert

In Ruhstorf werden Maschinen, Motoren und Umrichter für die Öl-, Gas- und Chemiebranche hergestellt. Siemens kündigt an, Produktlinien nach Nürnberg und nach Tschechien zu verlagern. Die rund 120 Mitarbeiter der Windenergiesparte Flender sowie 100 weitere Fachstellen sollen in Ruhstorf bleiben.

Bereits 2016 gab es harte Einschnitte am Standort Ruhstorf. Rund 500 Arbeitsplätze wurden damals gestrichen und zum Teil ins Ausland verlagert.

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