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Vergleichsverhandlungen werden von VW ernsthaft angegangen | BR24

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Der Rechtsanwalt Ralph Sauer, der den Verbraucherverband Bundesverband im VW-Abgasskandal in die Vergleichsverhandlungen mit dem Autokonzern vertritt, zweifelt nicht an der Kompromissbereitschaft von VW.

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Vergleichsverhandlungen werden von VW ernsthaft angegangen

Im Dieselskandal führt der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) stellvertretend für rund 440.000 Kläger einen Prozess gegen Volkswagen. Ein Novum im deutschen Rechtssystem. Auch der Vergleich, der nun für die VW-Kunden angestrebt wird, ist neu.

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Der Dieselskandal bei VW hat dem deutschen Rechtssystem eine neue Prozessform beschert: die Musterfeststellungsklage. Das bedeutet, das ein Verband stellvertretend für die Verbraucher klagt. Und so führt die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) im Namen von rund 440.000 Klägern einen Prozess gegen Volkswagen. So etwas gab es vorher noch nicht. Auch zum Prozessauftakt gab es ein überraschende Entwicklung: VW erklärte sich bereit, über einen Vergleich zu verhandeln.

Der Rechtsanwalt Ralph Sauer, der die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) im VW-Abgasskandal in die Vergleichsverhandlungen mit dem Autokonzern vertritt, zweifelt im Interview mit der Bayern 2 radioWelt nicht an der Kompromissbereitschaft von VW.

"Ich glaube, für VW wäre es ein PR-Desaster, wenn jetzt herauskäme, dass man im Grunde genommen nur Marginalien anbietet und eigentlich das Ganze nur ein Schachzug wäre." Ralph Sauer

Vergleiche für VW-Kunden bereits im Ausland

Sauer verwies auf Vergleiche für VW-Kunden im Ausland, die vom Abgasskandal betroffen waren. Vor allem in den USA, aber auch in Australien und Österreich, seien bei Vergleichen "vernünftige Ergebnisse" erzielt worden. Der Rechtsanwalt zeigt sich mit Blick auf die Situation in Deutschland optimistisch: "Ob man dann letztlich wirklich zusammenkommt, das wird man sehen. Aber ich glaube, die Vergleichsverhandlungen werden von VW ernsthaft angegangen."

Vergleich gilt nicht für alle

Sauer rechnet mit einem zügigen Ende der außergerichtlichen Vergleichsverhandlungen und stellt gleichzeitig klar, dass der Vergleich nur für diejenigen gelte, die sich der Musterfeststellungsklage angeschlossen hätten. "Wir sind hier da, um den Menschen, die einen Schaden haben, möglichst viel von diesem Schaden wieder zurückzuholen von VW." Es sei aber nicht Aufgabe eines Zivilverfahrens, Aufklärung zu betreiben.

Verfahren "alles andere als perfekt"

Der Verbraucheranwalt lobte grundsätzlich die neue Möglichkeit der Musterfeststellungsklagen, schränkt aber zugleich auch ein, dass das Verfahren "alles andere als perfekt" sei und noch viele Mängel im Gesetz enthalte. "Es hat auf jeden Fall jetzt den Effekt gebracht, dass ein gewisser Druck aufgebaut wurde. [...] Zumindest reicht es jetzt, um VW in eine Vergleichsbereitschaft zu bringen."