BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Verdi warnt vor größerem Jobabbau bei der Commerzbank | BR24

© picture-alliance/dpa

Firmenlogo Commerzbank

Per Mail sharen

    Verdi warnt vor größerem Jobabbau bei der Commerzbank

    Die Gewerkschaft Verdi warnt vor harten Einschnitten bei der Commerzbank. Deutlich mehr Filialen und Arbeitsplätze als angekündigt seien bedroht. Bei der Belegschaft herrscht nun große Verunsicherung.

    Per Mail sharen
    Von
    • BR24 Redaktion

    Bei der Commerzbank werde es deutlich mehr Filialschließungen und mehr Arbeitsplatzverluste geben als bisher angekündigt, warnt Verdi-Vertreter und Commerzbank-Aufsichtsratsmitglied Stefan Wittmann.

    Stimmung bei der Belegschaft sehr schlecht

    "Die Belegschaft ist sehr unruhig und verunsichert", sagte Wittmann am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Gewerkschaft und Betriebsräte würden versuchen, Maßnahmen zu vermeiden, die nicht notwendig seien. "Aus unserer Sicht hat die Bank eine Zukunft und deshalb werden wir alles unterstützen, was diese sichert und möglichst vielen Beschäftigten eine gute Perspektive gibt", so Wittmann weiter.

    Bisher bekannt: Abbau von 4.300 Stellen und 200 Filialen

    Die Commerzbank hatte im vergangenen Herbst angekündigt, rund 4.300 Arbeitsplätze zu streichen und 200 der 1.000 Filialen zu schließen. Damit will das Verluste schreibende Geldhaus 600 Millionen Euro einsparen. Darüber hinaus hatte Finanzchefin Bettina Orlopp vor wenigen Wochen weitere Sparmaßnahmen in Aussicht gestellt, die spätestens im August mit den Zahlen zum zweiten Quartal vorgestellt werden sollen. Ein Grund dafür ist auch die Corona-Pandemie. Bei der Commerzbank drohen deswegen mehr Kreditausfälle. Zudem werden Banken generell gezwungen, sich verstärkt mit der Digitalisierung auseinanderzusetzen.

    Commerzbank-Großinvestor Cerberus wollte die Pläne für ein neues Sparprogramm nicht abwarten und machte über einen Brief an Aufsichtsratschef Stefan Schmittmann vergangene Woche kräftig Stunk. Der US-Finanzinvestor forderte einen Strategieschwenk, Einsparungen sowie zwei Sitze im Aufsichtsrat.

    Wittmann verurteilte Cerberus-Vorstoß

    Wittmann verurteilte den Vorstoß. "Das Vorgehen von Cerberus ist unhöflich und unangemessen. Man fordert keine Beratungsmandate und man fordert nicht drei Wochen nach der Hauptversammlung plötzlich Sitze im Aufsichtsrat." Die inhaltlichen Forderungen zum Umbau der Bank würden der Situation im Unternehmen nicht gerecht und seien nur Allgemeinplätze.

    Die Commerzbank wies die Forderung nach zwei Cerberus-Vertretern im Kontrollgremium zurück. Der Investor hält fünf Prozent der Aktien und ist einer der größten Anleger. Seit seinem Einstieg bei der Commerzbank im Sommer 2017 ist der Kurs der Aktie um fast 60 Prozent gefallen. Im vergangenen Jahr hatte Cerberus einen Zusammenschluss der Commerzbank mit der Deutschen Bank forciert, an der er mit gut drei Prozent beteiligt ist. Die Pläne wurden auf Eis gelegt und beide Institute versuchen nun alleine, wieder auf die Beine zu kommen.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!