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Gesundheitsminister beraten - Gewerkschaft nutzt Anlass für grundsätzlichen Protest

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Verdi-Protest während Gesundheitsministerkonferenz

Die Gesundheitsminister der Bundesländer beraten heute über die Zukunft des deutschen Gesundheitswesens. Den turnusmäßigen Vorsitz hat Bayern. Die Gewerkschaft Verdi nutzte die Gelegenheit, um auf Missstände aufmerksam zu machen.

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Von
  • Nikolaus Nützel

Die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Zeiten von Corona hat sich die Konferenz der Landes-Gesundheitsminister als Schwerpunktthema für ihr Treffen gesetzt. Die Gewerkschaft Verdi sieht aber über die Situation dieser Gruppe hinaus grundlegende Probleme, gegen die sie protestieren will. Die Kundgebung in München war eine von deutschlandweit zahlreichen Aktionen der Gewerkschaft, mit der sie die Konferenz der Gesundheitsminister begleitet. Demonstrationen und Kundgebungen gab es unter anderem in Hannover, Nürnberg, Dresden, Düsseldorf, Hamburg.

Warnung vor Personal-Notstand

Nach Einschätzung der Gewerkschaft herrscht in Kliniken ebenso wie in Altenpflege-Einrichtungen ein Personalmangel, der vor allem durch einen "betriebswirtschaftlichen Ökonomisierungsdruck" ausgelöst werde. Alleine in den Krankenhäusern fehlten bundesweit jetzt schon rund 100.000 Pflegekräfte, kritisiert Verdi. Der Personalmangel werde sich in den kommenden Jahren immer weiter verschärfen, wenn die Politik nicht gegensteuere, warnt die Gewerkschaft.

Neue Personalbemessung gefordert

Besonders ärgerlich findet es die Verdi-Spitze, dass eine neu entwickelte Berechnungsmethode, mit der der Personalbedarf für eine Einrichtung ermittelt wird, bislang nicht angewandt wird. Hinter dem Instrument stehen neben der Gewerkschaft auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft und der Deutsche Pflegerat. Das Personalbemessungs-Instrument soll die Unterschiede zwischen verschiedenen Regionen und einzelnen Einrichtungen besser berücksichtigen, und auch den Bedarf auf verschiedenen Stationen und zu verschiedenen Uhrzeiten besser abbilden.

Aktionen quer durch Bayern und Deutschland

Um auf ihre Forderungen aufmerksam zu machen, will die Gewerkschaft nicht nur in München eine Kundgebung und eine Demonstration organisieren. Auch quer durch Deutschland und Bayern soll es Aktionen geben. So plant Verdi "aktive Mittagspausen", bei denen die Gewerkschaft Passanten oder Besucher von Kliniken und Pflegeheimen über ihre Anliegen informieren will. Aufrufe gibt es unter anderem für Einrichtungen in Bayreuth, Würzburg, Erlangen, Nürnberg, Kelheim, Regensburg und Bad Reichenhall.

Wenige Gewerkschaftsmitglieder

Verdi hat beim Einfordern besserer Arbeitsbedingungen allerdings ein Problem. In vielen Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen ist die Zahl der Gewerkschaftsmitglieder ausgesprochen gering. Der "Organisationsgrad" in der Pflege liege im Schnitt bei rund zehn Prozent, heißt es von Verdi schon seit längerem.

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