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Verbraucherschützer warnen vor immer mehr Fakeshops im Internet | BR24

© BR/Walter Kittel

Der Trend zum Einkaufen im Internet, deutlich verstärkt durch die Corona-Pandemie, lockt auch immer mehr Betrüger an. Eine ihrer Maschen ist das Einrichten von falschen Geschäften. Und es wird immer schwieriger die Fakeshops zu erkennen.

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Verbraucherschützer warnen vor immer mehr Fakeshops im Internet

Der Trend zum Einkaufen im Internet, deutlich verstärkt durch die Corona-Pandemie, lockt auch immer mehr Betrüger an. Eine ihrer Maschen ist das Einrichten von falschen Geschäften. Und es wird immer schwieriger, die Fake-Shops zu erkennen.

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Betrügereien im Internet mit sogenannten Fake-Shops nehmen zu. Darauf weisen die Verbraucherzentralen hin. Außerdem werden die entsprechenden Seiten, auf denen Waren verkauft, später aber nicht geliefert werden, immer professioneller.

Fake-Shops nutzen Corona-Krise aus

Die Zahl der Betrogenen steigt deswegen immer weiter. Nach Angaben der Verbraucherzentralen ist vor allem die größere Bedeutung des Internethandels während der Corona-Krise der Grund.

So wurden etwa zu Beginn der Krise vermehrt Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel von Betrügern zum Kauf angeboten. Während des Sommers soll in Bayern auch der Betrug mit dem Verkauf von Fahrrädern zugenommen haben. Die dubiosen Webshops fordern den Preis in der Regel per Vorkasse. Wenn keine andere Bezahlmethode angeboten wird, ist hier deshalb besondere Wachsamkeit und Vorsicht geboten

Wie erkenne ich Fake-Shops?

Aktuell verzeichnet die Verbraucherzentrale in Bayern bereits doppelt so viele Beschwerden über Fake-Shops wie im gesamten vergangenen Jahr. Auch wenn es schwieriger wird, sie zu enttarnen, geben Verbraucherschützer zahlreiche Tipps, die Kunden im Internet beachten sollten.

An erster Stelle steht die Bezahlweise. Also nach Möglichkeit keine Vorkasse leisten, sondern auf Rechnung oder Lastschrift kaufen. Auch Dienstleister, die Zahlungen absichern und im Fall von Betrug das Geld erstatten, können hilfreich sein.

Fake-Shops bestehen oft auf Vorkasse

Beim eigentlichen Bezahlen ist dann noch mal besondere Vorsicht geboten. Denn die Betrüger wollen unbedingt Vorkasse. Kauf auf Rechnung oder Nachnahme würde ihnen nichts bringen, schließlich liefern sie keine Ware.

Aus diesem Grund versuchen manche Fake-Shops Kunden in die Irre zu führen. Um nicht aufzufallen, bieten sie zunächst unterschiedliche Bezahlweisen an. Kurz vor Abschluss des Kaufs fordern sie dann aber doch eine Sofortzahlmethode. Als Grund werden oft technische Störungen genannt.

Fake-Shops haben sogar Flüge und Reisen im Angebot

Um Kunden zu locken, werden von Fake-Shops nicht nur günstig Mode und Elektronikartikel angeboten, sogar Reisen und Flüge werden mittlerweile ohne Gegenleistung "verkauft".

Das Gemeine daran: Kunden sind es gewohnt, hier lange im Voraus eine Anzahlung zu machen. Fallen sie auf das Angebot rein, kann der Betrug dann oft erst sehr spät der Polizei gemeldet werden. Manchmal erfahren geprellte Kunden erst am Flughafen davon, dass sie gar nicht auf der Passagierliste stehen.

Nach Angaben der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hatte es im vergangenen Sommer vermehrt Betrug mit Flügen in den Kosovo und nach Cuba gegeben, aber auch mit Ferienwohnungen.

Jeden Betrugsfall sollte angezeigt werden und auf die "watchlist" kommen

Um sich und andere zu schützen, sollte jeder Betrugsfall bei der Polizei angezeigt werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, betrügerische Seiten zu veröffentlichen. So führt das österreichische Internetportal "watchlist" mittlerweile eine Datei mit rund 8.000 Fake-Shops. Diese ist für Verbraucher einsehbar, wird laufend aktualisiert und wächst Monat für Monat um rund 200 Internetseiten weiter an.

Jeder zehnte Kunde hat schlechte Erfahrungen gemacht

Jeder zehnte Bürger hat in den vergangenen 12 Monaten schlechte Erfahrungen mit Käufen im Internet gemacht. Zu diesem Ergebnis kommt die Initiative "Deutschland sicher im Netz". In Anbetracht der hohen Zahlen sei Aufklärung das Wichtigste, sagt Geschäftsführer Michael Littger.

Es gehe auch nicht nur um die ganz harten Betrüger, die gar keine Ware liefern und kein Geld zurückerstatten. Sondern auch um Graubereiche, wo im Kleingedruckten von AGBs plötzlich zu lesen ist, dass eine Lieferung erst in drei Monaten zu erfolgen habe. Auch das seien unseriöse Anbieter, die unbedingt gemeldet werden sollten. Entsprechende Beschwerden nehmen etwa die Verbraucherzentralen entgegen.

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