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Wenn der Vertreter an der Haustür klingelt, sollten sich Verbraucher in Acht nehmen. Unerwünschte Haustürgeschäfte können richtig teuer werden, warnen Verbraucherschützer und fordern striktere Regeln.

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Verbraucherschützer warnen vor Haustürgeschäften

Wenn der Vertreter an der Haustür klingelt, sollten sich Verbraucher in Acht nehmen. Das sagen Verbraucherschützer und fordern striktere Regeln für Haustürgeschäfte.

Von
Anja KeberAnja Keber
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Ob Staubsauger, Malerarbeiten oder ein Zeitschriftenabo: Es gibt sie immer noch, die Vertreter, die plötzlich vor der Tür stehen und ihr vermeintlich super günstiges Schnäppchen anbieten. Das Klingeln an der Haustüre ist in Deutschland grundsätzlich erlaubt, auch unangekündigt. Das hat ein BGH-Beschluss vom September bestätigt. Konkret bedeutet das: Anbieter von Waren oder Dienstleistungen brauchen - ganz anders als bei der Telefonwerbung - keine vorherige Einwilligung.

"Überrumpelung und Belästigung an der Haustüre"

Jeder, der etwas verkaufen will, kann also ganz einfach vorbeikommen. Und während man bei Telefonanrufen im Zweifel einfach auflegen kann, beschreiben Verbraucherschützer den persönlichen Kontakt an der Haustüre als viel intimer. Viele Menschen lassen sich auf ein Gespräch ein, dass sie gar nicht führen möchten. Und oft schließen sie dann Verträge ab, die sie gar nicht wollen oder brauchen, sagt Michaela Schröder von der Verbraucherzentrale Bundesverband.

Laut einer Befragung des Verbraucherzentrale Bundesverbands aus dem Jahr 2020 lehnen die Menschen in Deutschland Haustürgeschäfte mehrheitlich ab. Gemäß der Umfrage finden 98 Prozent, dass Haustürgeschäfte keine gute Möglichkeit sind, Verträge zu schließen oder Produkte zu kaufen. Verbraucherschützer warnen: "Überrumpelung und Belästigung an der Haustür führen oft zu Kostenfallen und erheblichen Schäden für Verbraucher."

Verbraucherschützer fordern vorherige Einwilligung

Schröder, die bei der Verbraucherzentrale Bundesverband Leiterin für das Team Recht und Handel ist, fordert, dass Haustürgeschäfte nur mit vorheriger Einwilligung stattfinden dürfen. Auch die 14-tägige Widerrufsfrist ist den Verbraucherschützern zu kurz. Sie sollte auf 30 Tage verlängert werden, so die Forderung. Denn gerade ältere Verbraucher würden erst später oder auf Nachfrage der Familie erkennen, was sie da eigentlich unterschrieben haben. Die künftige Bundesregierung müsse dafür sorgen, dass Verbraucher und Verbraucherinnen in den eigenen vier Wänden besser vor Belästigung und Vertragsfallen geschützt werden, mahnt daher die Verbraucherzentrale Bundesverband.

Mit den negativen Auswirkungen der Haustürgeschäfte müssen sich die Verbraucherzentralen ständig befassen. Meist handelt es sich um Angebote für Stromlieferungs- oder Telekommunikationsverträge, sowie um das Angebot von Reparatur- und Reinigungsarbeiten.

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