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Verbraucherschützer warnen vor Gold als Geldanlage | BR24

© Anja Keber, BR

Die niedrigen Zinsen machen das Edelmetall Gold für Anleger attraktiv. Doch Verbraucherschützer warnen vor den Risiken.

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Verbraucherschützer warnen vor Gold als Geldanlage

Gold ist so teuer wie seit Jahren nicht mehr. Handelskonflikte und niedrige Zinsen sind die Preistreiber. Denn niedrige Zinsen machen das Edelmetall für Anleger attraktiv und steigern die Nachfrage. Doch beim Kauf und Verkauf von Gold drohen Risiken.

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Der Goldpreis ist auf den höchsten Wert seit Jahren geklettert: Am Mittwoch kostete eine Feinunze (31,1 Gramm) erstmals seit 2013 wieder mehr als 1.500 US-Dollar.

Gold gilt traditionell als Krisenschutz, der in unsicheren Zeiten verstärkt nachgefragt wird. Doch Verbraucherschützer warnen: Viele Kleinanleger unterschätzen die Risiken einer Anlage in Gold.

Gerade junge Erwachsene sind derzeit an einer Anlage in Gold interessiert. Das ergab eine Umfrage im Auftrag der Verbraucherzentrale Hessen. Insgesamt 87 Prozent der Befragten hielten Gold "in unsicheren Zeiten" für eine "sichere Anlageform". Gold wurde von den Befragten als krisenfest und handfest beschrieben, zudem sei es nicht beliebig zu vermehren.

Verbraucherschützer: Gebühren beim Goldhandel mit einberechnen

Doch die Verbraucherschützer warnen: Eine Anlage in Gold hat auch viele Nachteile. Zum einen sei es relativ teuer, denn die Nachfrage sei enorm. Eine Garantie, für steigende Preise gebe es allerdings nicht. Weiteres Argument: Wer einen Goldbarren kauft und verkauft zahlt für beide Aktionen Aufschläge und Gebühren. Gerade bei kleineren Mengen sind diese Aufschläge besonders hoch.

"Gold ist keinesfalls der sichere Hafen, als der es oft verkauft wird, sondern eine riskante und spekulative Geldanlage. Außerdem sind viele Produkte, mit denen Verbraucher in Gold investieren können, mit hohen Kosten für Vertrieb, Versicherung und Lagerung verbunden." Wolf Brandes, Verbraucherzentrale Hessen

Gerade die Aufbewahrung des Edelmetalles sei problematisch: Daheim im Wäscheschrank ein Risiko, im Schließfach der Bank teuer. Hinzu kommt, dass der Goldkurs Schwankungen unterliegt. Zudem gibt es bei dieser Art der Anlage weder Zinsen noch Dividenden.

Beschwerden über irreführende Werbung häufen sich

Die Verbraucherzentrale Hessen hat ein Frühwarnnetz für Beschwerden zu überhöhten Goldpreisen eingerichtet. Dort seien in letzter Zeit Berichte über viel zu überteuerter Kleinstmengen an Gold aufgeschlagen und Beschwerden über irreführende Werbung mit der Sicherheit.

Die Umfrage der Verbraucherzentrale deute darauf hin, dass die teils irreführende Werbung der Anbieter greift: 93 Prozent der an Gold interessierten Verbraucher wollen, dass die Kosten nachvollziehbar und angemessen dargestellt werden.