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Verbraucherschützer kritisieren Neuregelung als unzureichend | BR24

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    Verbraucherschützer kritisieren Neuregelung als unzureichend

    Der Bundestag hat gestern Nacht die Umsetzung der EU-Richtlinie über den Versicherungsvertrieb beschlossen. In Bezug auf Restschuldversicherungen wurde dabei laut vzbv die Chance verpasst, eine fragwürdige Praxis zu stoppen. Von Gabriel Wirth

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    Restschuldversicherungen sind Policen, bei denen sich Kreditnehmer gegen Risiken wie Arbeitsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit oder Tod absichern können. Der Versicherer soll dann die Restschuld übernehmen. Gerade bei Ratenkrediten werden häufig Restschuldversicherungen verkauft. Verbraucherschützer, allen voran der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv), halten diese Policen nur in bestimmten Fällen für sinnvoll und warnen, dass Restschuldversicherungen überteuerte Produkte mit einem lückenhaftem Versicherungsschutz sind, die oft unter zweifelhaften Umständen verkauft werden.

    Restschuldversicherung dürfen weiter an Kredite gekoppelt werden

    Das neue Gesetz sollte eigentlich für mehr Transparenz sorgen. Neue Informations- und Beratungspflichten wurden eingeführt und das Widerrufsrecht ausgeweitet. Doch der Bundesverband der Verbraucherzentralen geht die neue Regelung nicht weit genug. Die Verbraucherschützer wollten, dass Kreditinstitute und Kreditvermittler gesetzlich dazu verpflichtet werden, Restschuldversicherungen nur noch separat anzubieten und nicht an Kreditverträge zu koppeln. Doch mit dieser Forderung konnte sich der Verband nicht durchsetzen. Stattdessen können Restschuldversicherungen weiterhin zusammen mit einem Kredit verkauft werden. Banken müssen ihre Kunden lediglich nach einer Woche noch einmal über das schon bestehende Widerrufsrecht belehren. Wer den Vertrag danach aber auflösen will, der kann das nur mit Verlusten. Die Politik habe eine Chance verpasst, kritisiert der Bundesverband.