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Bernhard Mattes, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie

Bis in den fünfstelligen Bereich könnte der Arbeitsplatzverlust gehen, meint Mattes. Im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk (Bayern 2, radioWelt am Abend) sagte er: "Es geht uns gar nicht darum, dass wir gegen die Transformation sind. Sondern wir sind gegen eine zu schnelle Transformation, in der wir die notwendigen Veränderungen der Strukturen und Arbeitsabläufe nicht schnell genug berücksichtigen können."

Marktführer in Europa

Mattes verwies auf die Vorreiterrolle der deutschen Autoindustrie bei den alternativen Antrieben. "Die deutsche Automobilindustrie ist Marktführer in Europa. Wir sind Patentweltmeister und wir investieren in die Zukunft", sagte Mattes. "All das tun wir, weil wir sehen, es ist genau der richtige Weg. Aber all das braucht Zeit, weil es um technologische Brüche in den Unternehmen geht. Und die müssen bewältigt und auch gemeistert werden."

Hardware-Nachrüstungen

Die Forderung nach Hardware-Nachrüstungen von alten Diesel-Fahrzeugen sieht Mattes kritisch. Das schnellstwirkende Mittel sei die Bestands-Erneuerung, betonte Mattes. Hardware-Nachrüstungen haben den Nachteil, dass sie noch zwei bis zweieinhalb Jahre dauern, bis sie serienreif für den Markt entwickelt sind. Und zum anderen verbrauchen hardware-nachgerüstete Fahrzeuge nachweislich mehr Sprit. Das heißt, wir haben eine CO2-Mehrung und das wollen wir nun auch vermeiden."