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vbw-Weißbierindex: Das Glas knapp halbvoll | BR24

© BR/Birgit Harprath

vbw stellt Weißbier-Index vor

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vbw-Weißbierindex: Das Glas knapp halbvoll

Maschinenbau und Automobilbranche stecken laut vbw bereits in der Rezession. Bau und Handwerk könnten nachziehen, sollten die Handelskonflikte nicht beigelegt werden. Die bayerische Wirtschaft fordert nun ein Wachstumsprogramm mit Steuerentlastungen.

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Die bayerische Wirtschaft befindet sich nach Angaben der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft ( vbw) im Abschwung, die Industrie stecke in einer echten Rezession. Bei der Vorstellung des aktuellen vbw-Index für 2019 reduzierte vbw-Präsident Wolfram Hatz erneut die Prognose und geht in Bayern statt von 0,9 Prozent nur noch von einem Wachstum von 0,7 Prozent aus.

vbw-Index zum dritten Mal in Folge gesunken

Es ist nur noch knapp halbvoll, das Weißbierglas, mit dessen Hilfe die Wirtschaft in Bayern die aktuelle Lage zweimal im Jahr darstellt. Der Index ist deutlich gesunken, das Glas nur noch so gefüllt wie vor neuneinhalb Jahren. Die Firmen sind skeptisch, was ihre aktuelle Lage, das Wachstum und auch die Beschäftigung anbelangt. Auch für das nächste Jahr rechnet vbw-Präsident Wolfram Hatz mit einem weiter sinkenden Index.

"Der andauernde konjunkturelle Abschwung hinterlässt inzwischen auch auf dem Arbeitsmarkt seine Spuren. Eine Besserung ist nicht in Sicht, vielmehr müssen wir uns auf weiterhin schwierige Zeiten in der Wirtschaft einstellen." Wolfram Hatz, Präsident der vbw

Die Gründe dafür seien vielfältig, so Hatz. Die Leitindustrie in Bayern mit dem wichtigen Maschinenbau und der Automobilbranche stecke in der Rezession. Bau, Handwerk, Dienstleistungen gehe es besser, doch das könnte sich noch ändern. Vieles hänge davon ab, was die Handelskonflikte und der Brexit noch bringen. Die Verunsicherung der Unternehmen sei groß und wirke sich negativ auf die Investitionslust aus.

© ibw / Robert Seidl

vbw Index der Bayerischen Wirtschaft 2019

vbw fordert Wachstumsprogramm von der Politik

Die bayerische Wirtschaft fordert ein Wachstumsprogramm mit weniger Steuern und geringeren Stromkosten, um im internationalen Vergleich wieder an Wettbewerbsfähigkeit zu gewinnen.

"Die Tarifvertragsparteien müssen zu der Einsicht gelangen, insbesondere was Metall und Auto anbetrifft, dass wir Tarifabschlüsse nicht verkraften können, wie sie in den vergangenen Jahren waren. Das "Bashing" des Verbrennungsmotors muss auch aufhören." Wolfram Hatz, Präsident der vbw

Verbrennungsmotoren würden als Übergangstechnik weiter benötigt. Hatz fordert von der Politik zudem eine Komplett-Abschaffung des Solidaritätszuschlages zur Entlastung aller Beschäftigten und Unternehmen. Mit einer degressiven Abschreibung auf Investitionsgüter müssten außerdem Impulse für Investitionen geschaffen werden, zum Beispiel in die digitale Infrastruktur.

Unternehmen besser als ihr Ruf

Der vbw Präsident wirbt darüberhinaus für ein besseres Bild von Unternehmen und Unternehmern.

"Es scheint chic zu sein, Wirtschaft und Industrie als die Verursacher der Probleme zu brandmarken" Wolfram Hatz, Präsident der vbw

Für Hatz gehört die Wirtschaft bzw. die Industrie zu den Problemlösern. Mit Blick auf die kommende Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie seien seiner Meinung nach die Tarifparteien in der Pflicht. Seit Jahren würden die Entgelte schneller steigen als die Produktivität.