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vbw-Studie: Bayerns Wirtschaft kann beim Klimaschutz gewinnen | BR24

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Der Klimawandel und der Kampf dagegen könnte Bayerns Wirtschaft guttun. Das ist Kernaussage eines Online-Kongresses, den der Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft am Freitag in Würzburg abgehalten hat. Doch es gibt auch kritische Stimmen.

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vbw-Studie: Bayerns Wirtschaft kann beim Klimaschutz gewinnen

Der Klimawandel und der Kampf dagegen könnte Bayerns Wirtschaft guttun. Das ist die Kernaussage eines Online-Kongresses, den der Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft am Freitag in Würzburg abgehalten hat. Doch es gibt auch kritische Stimmen.

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Von
  • Ansgar Nöth

Bayerische Unternehmen können technologische Wegbereiter beim Klimaschutz werden und dabei noch profitieren. Das ist das Ergebnis einer Studie, die der Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft in Würzburg vorgestellt hat.

Dritte Branche nach Maschinen- und Autobau

Schaut man auf Technologieunternehmen über alle Wirtschaftszweige hinweg, könne rein rechnerisch schon heute die "Klimarettung" drittgrößte Branche im Freistaat sein – nach Maschinenbau und Automobilindustrie. Es wäre ein Wirtschaftszweig mit 17,4 Milliarden Euro Wertschöpfungs-Umfang, der 129.000 Arbeitskräfte umfasst und großes CO2-Sparpotential für die Zukunft bringt. Bayern müsste demnach seine technologische Vorreiterrolle weiter ausbauen, um dann zum Beispiel intelligente Stromnetze, Recycling von E-Auto-Akkus oder die Dämmung von Wohnhäusern und Photovoltaik zu verbessern.

Recycling, moderne Produktion und Energieerzeugung

3D-Druck von Bauteilen oder auch ganzen Häusern kann so eine Zukunftstechnik sein, die in der Produktion weniger Abfälle erzeugt. 28 derartige zukunftsweisende Klimaschutztechnologien zählt die Studie auf. Auch Wasserstoffproduktion und moderne Wege der Energieerzeugung zählen dazu. Der Zukunftsrat will zudem auf "Challenges" setzen und so einen attraktiven Wettbewerb um neue Techniken wie digitale Sensoren und die schnelle Steuerung von Arbeitsprozessen zu entfachen. Gerade in diesem Bereich sei Bayern gut aufgestellt.

Nutzen aus digitalen Tools in Corona-Zeiten

Judith Gerlach (CSU), Bayerische Staatsministerin für Digitales, betonte in ihrem Grußwort zum Einstieg, dass der Kongress zeige, wie digitale Tools in der Krise helfen können, die beiden "Megathemen Digitalisierung und Klimawandel" zusammenzudenken, um Wirtschaft zukunftsfähig und nachhaltig zu machen. Künstliche Intelligenz habe dabei in ihren Augen hohes Potential.

Kritik an der Studie: keine klaren CO2-Einsparziele

Patrick Friedl (Bündnis 90/Die Grünen), der den Kongress online verfolgt hat und als Landtagsmitglied im Ausschusses für Umwelt und Verbraucherschutz ist, sieht die Studie anders: Der Blickwinkel auf die Klimakrise sei erwartbar stark von Ökonomie, Technologie und Machbarkeit geprägt. Erfreulicherweise werde angesichts der Dramatik der Klimakrise die Notwendigkeit der schnellen Umsteuerung anerkannt. Ihm fehlen aber klare Zielvorgaben wie zum Beispiel feste CO2- Reduktionsziele und überprüfbare Maßnahmen. Das sei natürlich auch politische Aufgabe, hier den Rahmen zu setzen. Er hoffe darauf, dass die Vertreter der Bayerischen Wirtschaft hier verlässliche Rahmenbedingungen einfordern, um so Investitionen in betrieblichen Klima- und Umweltschutz abzusichern.

Bei einem Kongress in Würzburg wurde die Studie "Klima 2030. Nachhaltige Innovationen" vorgestellt. Auf Basis dieser von Prognos, EconSight, GWS und Twin Economics erstellten Studie hat der Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft Handlungsempfehlungen entwickelt. Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft – vertritt als Dachorganisation 137 bayerische Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände sowie 44 Einzelunternehmen.

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