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USA und China vor Teileinigung im Handelsstreit | BR24

© dpa-Bildfunk / Andy Wong

USA und China vor Teileinigung im Handelsstreit

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    USA und China vor Teileinigung im Handelsstreit

    Die USA und China wollen am Mittwoch einen Teil-Deal in Sachen Handelsstreitigkeiten beschließen und damit weitere Zollerhöhungen vermeiden. Das wäre ein großer Fortschritt. Allerdings könnte sich US-Präsident Trump nun die Europäer wieder vornehmen.

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    Die Anleger an den internationalen Finanzmärkten warten schon länger auf eine Beruhigung der Lage. Ein dauerhafter Durchbruch ist es aber nicht. Die zu erwartende Einigung wirke eher wie ein Waffenstillstand, sagt der Chef des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel, Gabriel Felbermayr. Schon vor der Unterzeichnung des Abkommens wurden einige Details bekannt. So werden unter anderem die Zollsätze zwischen China und den USA wieder sinken. China will zudem in den kommenden Jahren zusätzlich Güter aus den USA im Wert von 200 Milliarden US-Dollar kaufen.

    US-Industrie und Landwirtschaft hart getroffen

    Der Handelskonflikt hatte vor allem verschiedene US-Industriebereiche hart getroffen. Stahlhersteller, die Autoindustrie und deren Zulieferer litten besonders, zumal als China seinerseits die Importzölle auf US-Autoimporte mehr als verdoppelte. Doch auch für die US-Chiphersteller sind chinesische Abnehmer ein wichtiger Markt. Und besonders die Landwirtschaft litt unter den Zöllen. Für die amerikanischen Farmer ist China der viertgrößte Absatzmarkt, für Sojabauern ist es der wichtigste. Entsprechend verärgert waren die Bauern, die meist treue Wähler der Republikaner sind. Zehn Monate vor der Präsidentschaftswahl will Donald Trump mit dem Deal vor allem die Basis beruhigen.

    Europäer wieder im Visier

    Das Handelsdefizit zwischen den USA mit China ist im vergangenen Jahr wegen des Handelsstreits deutlich gesunken. Aber in Summe wurde dies dadurch ausgeglichen, dass die Importe aus anderen Ländern stiegen. Das trifft vor allem die Europäer, die anstatt der Chinesen Industrieprodukte lieferten. Gabriel Felbermayr hält das für eine gefährliche Entwicklung, weniger allerdings bei Autos:

    "Was Autos betrifft, hat sich die Lage etwas entschärft, weil die Exporte in die USA sinken – vor allem aus Deutschland – und die Europäer mehr US-Autos importieren. Trumps Drohungen führen offensichtlich zu Produktionsverlagerungen in die USA." Gabriel Felbermayr, Chef des Instituts für Weltwirtschaft

    Drohkulisse der Europäer

    Institutschef Felbermayr fordert die EU auf, eine glaubwürdige Drohkulisse aufzubauen, um möglichen Zolldrohungen durch die USA zu begegnen. Die neue weltwirtschaftliche Lage lasse Europa keine Wahl. Felbermayr fordert die Europäer auf, Handelspolitik als Machtpolitik zu nutzen. Ein starker Hebel könne eine Digitalsteuer sein.