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US-Strafzölle bedrohen den deutschen Mittelstand | BR24

© BR / Gabriel Wirth

Die Corona-Krise lässt Handelskonflikte derzeit in den Hintergrund treten. Und auch wenn die Gefahr amerikanischer Strafzölle auf Autos aus Europa offenbar gesunken ist, spüren deutsche Mittelständler andere Strafaktionen der USA deutlich.

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US-Strafzölle bedrohen den deutschen Mittelstand

Die Corona-Krise lässt Handelskonflikte derzeit in den Hintergrund treten. Und auch wenn die Gefahr amerikanischer Strafzölle auf Autos aus Europa offenbar gesunken ist, spüren deutsche Mittelständler andere Strafaktionen der USA deutlich.

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Von
  • Gabriel Wirth
  • Lukas Graw

Die EU habe das Luftfahrtunternehmen Airbus verbotenerweise subventioniert, so der Vorwurf der US-Regierung. Die Konsequenz ist, dass die USA seit Mitte März Strafzölle auf europäische Waren erheben. Wie eine Studie im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen zeigt, gingen die deutschen Exporte deshalb um jährlich rund 650 Millionen Euro zurück.

Strafzölle auf Likör und Hostien

Die Zölle treffen aber nicht nur die europäische Flugzeugbranche, sondern zunehmend auch Produzenten von Werkzeugen und Fahrzeugen wie Baggern oder Planierraupen. Betroffen sind außerdem Hersteller von Nahrungsmitteln, allen voran von Likören und Branntweinen - aber auch die Fertigung von Hostien spüre die Zölle deutlich, heißt es in der Studie. Und gerade in diesen Branchen sind viele mittelständische Betriebe aktiv.

Was die Firmen zudem trifft: Die Zölle können einseitig von den USA kommen und quasi jederzeit erhöht werden. Planen lässt sich damit nicht.

Die Unsicherheit ist schlimmer als tatsächlich erhobene Zölle

Diese Unsicherheit schränke den Handel oft stärker ein als die Zölle selbst, warnen die Autoren der Studie, zu denen Professor Gabriel Felbermayr gehört. Er ist Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft. In Zukunft sei häufiger damit zu rechnen, dass handelspolitische Streitigkeiten zwischen Staaten auch in eigentlich unbeteiligten Sektoren zu Kollateralschäden führten.

Forscher empfehlen europäischen Ausgleichsfonds

Die Europäische Kommission solle dringend Abwehrmaßnahmen einleiten, sagen die Forscher. Sie empfehlen einen europäischen Ausgleichsfonds für Unternehmen aus der EU. Betroffene Firmen könnten aus diesem Fonds entschädigt werden. Woher die Gelder für den Fonds kommen sollen, lässt die Studie offen.