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Trumps Corona-Erkrankung verunsichert Finanzmärkte weiter | BR24

© BR/Philipp Kimmelzwinger

Bulle und Bär stehen sich vor der Frankfurter Börse gegenüber.

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Trumps Corona-Erkrankung verunsichert Finanzmärkte weiter

Die Anleger an den Aktienmärkten haben beunruhigt auf die Nachricht reagiert, wonach sich US-Präsident Donald Trump mit dem Coronavirus angesteckt hat. In erster Linie schaffe das weitere Unsicherheit - so die Stimmen von Anlageprofis.

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In der Nacht ist bekannt geworden, dass sich US-Präsident Trump mit dem Corona-Virus infiziert hat. Börsenhändler haben darauf mit großer Vorsicht reagiert: der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial Average ging gleich einmal um 400 Punkte in die Knie.

Auch der Auftakt des eigentlichen Börsenhandels war verhalten. Dax, MDax und der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fielen um rund ein Prozent, ebenso wie verschiedene andere europäische Indizes. Allerdings relativierte sich der Abwärtstrend im Lauf des Handelstages auch wieder.

Trumps Erkrankung schafft vor allem Unsicherheit

Denn eine direkte Verbindung zwischen der Erkrankung von Trump und der Wirtschaft gibt es nicht. Händler allerdings begründen ihre Kaufzurückhaltung mit der zusätzlichen Unsicherheit, die sie schafft. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank meint, die Finanzmärkte hätten zurecht nervös reagiert. Denn schließlich könnte vom Verlauf der Erkrankung abhängen, wer nächster US-Präsident wird. Und das wiederum hat auch direkte wirtschaftliche Folgen.

"Dabei geht es um wichtige Weichenstellungen in der Wirtschaftspolitik – etwa um die Frage, ob Biden die Unternehmenssteuern wieder erhöht oder Trump seine Steuersenkungen dauerhaft macht. Wenn Trump keine ernsthaften Symptome entwickelt, könnte er sich erst recht als starker Mann präsentieren und davon wie der brasilianische Präsident Bolsonaro profitieren." Jörg Krämer, Chefvolkswirt Commerzbank

Wenn Donald Trump dagegen ernsthaft erkrankt, könnte es für ihn schwierig werden, seinen Rückstand gegen Joe Biden aufzuholen. Zum einen fiele er im Wahlkampf aus. Zum anderen würden ihm seine Gegner noch mehr vorwerfen, dass er das Virus verharmlost hat, so Krämer.

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Donald Trump hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Eine Auswahl von Zitaten des US-Präsidenten zur Pandemie.

Auswirkungen auf US-Politik könnten immens sein

Mit Donald Trump begibt sich einer der wichtigsten Politiker weltweit in Quarantäne und in den Krankenstand. Von Trumps Krankheitsverlauf wird jetzt abhängen, inwieweit er in die Amtsgeschäfte in den kommenden Wochen wahrnehmen kann. Der Investment-Experte und Berater von institutionellen Kapitalanlegern Thomas Altmann schätzt die möglichen Auswirkungen als groß ein.

"Die Auswirkungen sowohl auf die US-Politik, insbesondere bei der Verhandlung des nächsten Hilfspaketes als auch auf den US-Wahlkampf, können immens sein." Thomas Altmann, QC Partners

Macht Covid-19 Trump noch "anti-chinesischer"?

Trump ist in den Umfragen hinter Biden zurückgeblieben. Es ist ihm eindeutig nicht gelungen, den Abstand nach der ersten Fernsehdebatte zu verringern, so analysiert es der Ökonom Naoya Oshikubo von einer japanischen Finanzholding. Was ihn beunruhigt: Trump könnte noch aggressiver gegenüber China werden, nachdem er sich den Virus selbst eingefangen hat.

"Ich hatte den Eindruck, dass der britische Premierminister Boris Johnson nach seinem Covid-19-Virus noch anti-chinesischer geworden ist. Vorläufig wird es für die Finanzmärkte schwierig sein und sie werden im Risikomodus bleiben." Naoya Oshikubo, Ökonom bei Sumitomo Mitsui Trust

Oshikubo vermutet, dass die Märkte zu der Ansicht neigen, dass Biden die Wahl gewinnen wird.

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Der US-Präsident hat selten Maske getragen und es kritisiert, sich gegen Corona zu schützen. Jetzt sind Donald Trump und seine Frau Melania selbst infiziert, wie er per Twitter mitteilte. Das dürfte erhebliche Auswirkungen auf den Wahlkampf haben.