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Preisvergleiche: HUK Coburg gewinnt Streit gegen Check24 | BR24

© BR/Wolfram Schrag

Die HUK Coburg und Check24 streiten schon länger über die Preisvergleiche auf dem Online-Portal. Nun gibt ein Urteil des Oberlandesgerichts Köln dem Versicherer Recht: Demnach handle es sich um unlauteren Wettbewerb.

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Preisvergleiche: HUK Coburg gewinnt Streit gegen Check24

Die HUK Coburg und Check24 streiten schon länger über die Preisvergleiche auf dem Online-Portal. Nun gibt ein Urteil des Oberlandesgerichts Köln dem Versicherer Recht: Beim derzeitigen Check24-Vergleich handle es sich um unlauteren Wettbewerb.

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Wer eine neue Versicherung sucht oder den aktuellen Anbieter wechseln möchte, der greift gerne auf Vergleichsportale wie Check24 oder Verivox zurück - schließlich listen sie übersichtlich scheinbar alle verfügbaren Tarife auf. Doch was nicht allen Verbrauchern bewusst ist: Die Listen auf den Vergleichsportalen sind oft nicht vollständig.

Bei Check24 betrifft das zum Beispiel die Angebote der HUK Coburg. Zwar führt Check24 seit Jahren die Tarife der HUK im Preisvergleich auf - allerdings versehen mit dem Hinweis, dass Preisberechnung und Vertragsabschluss über die Webseite nicht möglich sind.

Denn die HUK Coburg verweigert den Vertrieb über das Portal, weil dieses zu teuer sei: Bei Check24 wird bei jedem Vertragsabschluss eine Provision fällig - das Portal agiert nicht unabhängig, sondern als Versicherungsmakler. Die HUK lehnt eine Zusammenarbeit deshalb ab und organisiert ihr Geschäft ausschließlich über eigene Online-Vertriebskanäle.

Oberlandesgericht Köln gibt HUK Coburg Recht

Dass die HUK Coburg dennoch bei Check24 aufgeführt wird - über diesen Umstand streiten der Versicherer und das Münchner Vergleichsportal bereits seit dem vergangenen Jahr. Nun gab das Oberlandesgerichts Köln der HUK in zweiter Instanz Recht. Demnach habe Check24 den Eindruck vermittelt, dass sich dort alle Kfz-Versicherungstarife vergleichen ließen. Das sei aber nicht der Fall, so das OLG.

Es handele sich um eine unlautere Werbung, wenn Produkte angegeben würden, die gar nicht verglichen werden könnten, erklärte das Gericht. Verbraucher würden in die Irre geführt, wenn der Eindruck der Vollständigkeit vermittelt würde. Schon in der ersten Instanz war Check24 gerügt worden, weil es damit geworben hatte, dass das Portal die günstigsten Angebote habe.

Check24 will Website nach Urteil überarbeiten

Check24 darf nach dem Urteil nun nicht mehr die Marken und Logos der HUK-Gruppe in der bisherigen Form verwenden. Das Vergleichsportal will nun seine Website entsprechend ändern:

"Wir werden in den kommenden Tagen unsere Darstellung im Kfz-Vergleich überarbeiten und das OLG-Urteil adressieren", erklärte das Unternehmen. "Dabei werden wir eine Lösung anstreben, bei der wir weiterhin auch die HUK-Tarife anzeigen können." Es handle sich nicht um ein pauschales Urteil gegen die Auflistung der HUK Coburg in den Vergleichen, so ein Sprecher.

HUK Coburg ist Marktführer bei Kfz-Versicherungen

Hintergrund des Rechtsstreits ist der heftige Konkurrenzkampf der Kfz-Versicherer. Jedes Jahr im Herbst wechseln Millionen Autofahrer ihren Anbieter, um von günstigeren Tarifen zu profitieren - viele davon über Check24.

Die HUK Coburg ist mit mehr als zwölf Millionen Verträgen Marktführer bei den Kfz-Versicherungen. Auch die Allianz als Nummer zwei auf dem Kfz-Versicherungsmarkt vertreibt ihre Kernmarke nicht über Check24.