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© Elke Schmidhuber/BR
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Plagiate als Urlaubsmitbringsel

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Urlaubstipp: Plagiate im Koffer - Was ist erlaubt?

Sie erscheinen auf den ersten Blick als Schnäppchen: Plagiate. Auf dem Markt im Urlaub gekauft, gehen sie oft schnell kaputt und waren dann nicht einmal die wenigen Euro wert. Dennoch reisen die Produkte oft mit in den Koffern nach Deutschland.

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Von
  • Elke Schmidhuber

Turnschuhe, Uhren, Parfums, Elektrogeräte – das waren lange Zeit die typischen Plagiate, die Urlauber mit nach Hause brachten. Doch mittlerweile macht Produktpiraterie vor kaum noch einer Ware halt. Auch nicht vor Arznei- und Lebensmitteln.

Weniger Reisen, trotzdem mehr "importierte" Plagiate

Laut dem Hauptzollamt Nürnberg hat der Deutsche Zoll im Jahr 2020 3,7 Mio. Stück gefälschte Waren sichergestellt, mit einem Original-Wert von knapp 240 Mio. Euro. Trotz des Corona-bedingten Reisestopps war das eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 6,7 Prozent.

Zoll nur bei Eigenbedarf kulant

Während im Postverkehr eine Nulltoleranz-Grenze für Plagiate aus dem Ausland gilt, ist der Zoll bei Reisenden kulant. Gefälschte Produkte dürfen mitgeführt werden, aber nur zum Eigenbedarf: beispielsweise T-Shirts in eigener Größe, bei Medizin nur für einen begrenzten Vorrat. Wenn es eindeutig nicht um die Deckung des Eigenbedarfs geht, informiert der Zoll den Markenrechtsinhaber. Der wiederum kann dann Klage erheben und Schadenersatz fordern. Das kann teuer werden.

Der Zoll stellt außerdem Produkte sicher, die möglicherweise gesundheitsgefährdend sind, was oftmals bei Arzneimitteln, aber auch Zigaretten, der Fall sein kann.

Die meisten Plagiate kamen 2020 aus Polen, Tschechien und der Türkei ins Land.

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