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Urlaub trotz Corona: Was müssen Reisende beachten? | BR24

© dpa/Daniele Mascolo

Womit müssen Reisende in Zeiten des Coronavirus derzeit rechnen?

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Urlaub trotz Corona: Was müssen Reisende beachten?

Zeitweise war der Zugverkehr nach Italien unterbrochen. Womit müssen Reisende derzeit rechnen? Und welche Rechte haben Urlauber, die sich gegen den Antritt ihrer Reise entscheiden und stornieren? Antworten auf zentrale Fragen.

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Das Corona-Virus hat nun auch Österreich erreicht. Zwei aus der Lombardei stammende Italiener sind positiv getestet worden. Sie befinden sich in einem Krankenhaus. Auf der spanischen Urlaubsinsel Teneriffa wurde ein ganzes Hotel unter Quarantäne gestellt. Vermutlich halten sich dort auch deutsche Urlauber auf.

Kann ich noch nach Italien reisen?

Ja, das geht. Zwar war der Brenner zeitweise gesperrt, aber inzwischen gibt es keine Reisebeschränkungen mehr zwischen Deutschland und Italien. Das Virus breitet sich im Norden des Landes aber weiter aus. In Italien wurden nach Behördenangaben landesweit inzwischen mehr als 280 Infektionen nachgewiesen, sieben Personen sollen bislang gestorben sein. Am meisten betroffen ist die Lombardei. In vielen Orten ist das öffentliche Leben zum Erliegen gekommen, zehn Gemeinden in der Provinz Lodi sind zu Sperrzonen erklärt worden. Auch in Mailand werden Sicherheitsvorkehrungen getroffen. So blieb beispielsweise der Dom geschlossen.

Muss man mit Reisebeschränkungen in Europa rechnen?

Derzeit sind keine Reisebeschränkungen im Schengen-Gebiet geplant. Die Weltgesundheitsorganisation hat weder Beschränkungen im Personen- noch im Frachtverkehr empfohlen.

Reisen ins Ausland – wer haftet bei Verzögerungen?

Pauschalreisende sind relativ gut abgesichert, wenn die Reise angetreten wurde und durch das Coronavirus beeinträchtigt wird, so der Würzburger Reiserechtsanwalt Kay Rodegra. Sollte zum Beispiel die vertraglich vereinbarte Rückreise aus dem Urlaub wegen des Coronavirus nicht möglich sein oder sich verzögern, muss der Reiseveranstalter für die Mehrkosten im Hotel zumindest teilweise und für die zusätzlichen Rückreisekosten voll aufkommen. Das gilt auch, wenn das Hotel unter Quarantäne gestellt wird oder man selbst erkrankt. Als Individualtourist hat man keine Ansprüche.

Bei Stornierung einer Reise – wer kommt für die Kosten auf?

In diesem Fall sind Pauschalreisende nicht besser dran als Individualtouristen. Wer wegen des Coronavirus seine Reise storniert, bekommt keine Kostenrückerstattung. Kündigt der Reiseveranstalter, lohnt es sich für Pauschalreisende zu überprüfen, ob sie Schadensersatzansprüche geltend machen können.

Passagiere müssen Flugabsagen und Umbuchungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus nicht widerspruchslos hinnehmen. Unter bestimmten Voraussetzungen besteht bei Annullierungen ein Anspruch auf Entschädigungen nach der EU-Fluggastverordnung, so der Geschäftsführer des Fluggastportals EUflight, Lars Waterman. Entscheidend seien bestimmte Fristen und die Qualität der angebotenen Ersatzverbindungen:

Storniert die Fluggesellschaft ein Ticket mindestens 14 Tage vor dem geplanten Flug, ist keine Entschädigung fällig - bei kürzerer Vorwarnzeit sind nur bestimmte Abweichungen von den ursprünglichen Flugzeiten akzeptabel, so der Experte. Bietet die Fluggesellschaft also Ersatzflüge nur zu einem weit entfernten Zeitpunkt an, kann sich ein Einspruch lohnen.

© BR

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