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Urlaub in Corona-Zeiten | BR24

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In einer Woche beginnen in Bayern die Pfingstferien - viele Fluglinien wollen in den nächsten Wochen wieder durchstarten. Und Italien öffnet bald die Grenzen. Urlaub in Zeiten der Corona-Pandemie könnte also klappen - aber so wie davor wird es nicht.

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Urlaub in Corona-Zeiten

Seit dieser Woche ist klar: Wir dürfen auch 2020 auf Sommerurlaub im europäischen Ausland hoffen. Über diese unverhofften Aussichten freuen sich Bürger und Reisebranche gleichermaßen. Ebenso steigt aber auch das Informationsbedürfnis der Urlauber.

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Andrea Lindinger freut sich. Endlich wieder Arbeit! Schon kurz nach der Einigung der europäischen Außenminister, die Grenzen bald wieder zu öffnen, verzeichnet die Leiterin des ADAC-Reisebüros am Sendlinger Tor einen spürbaren Anstieg der Nachfrage. Die Kunden wollen wissen, wohin sie in diesem Sommer gefahrlos Reisen können – und wo ein Urlaub überhaupt möglich ist.

Italien wird als einer der ersten Staaten ab 3. Juni wieder Touristen ins Land lassen. Allerdings müssen die Urlauber hier mit Auflagen wie Kontaktverboten zu anderen Gästen, Maskenpflicht und Zugangsbeschränkungen an Badestränden rechnen.

Spanien öffnet Grenzen ab Ende Juni

Spanien will seine Grenzen erst gegen Ende Juni wieder für Touristen öffnen. Allerdings ist ein Pilotprojekt geplant, bei dem eine beschränkte Anzahl von Urlaubern schon früher zum Beispiel auf Mallorca anreisen darf. Generell müssen Urlauber im europäischen Ausland zumindest im Frühsommer noch mit Beschränkungen und Auflagen rechnen. Die griechische Regierung etwa überlegt, die Einreise nur Gästen erlauben, die einen negativen Corona-Test vorweisen können. Nicht nur aufgrund solcher Unannehmlichkeiten erwartet Tourismusforscher Felix Kolbeck von der Hochschule München, dass sich das Reisen durch die Corona-Pandemie stark verändern wird.

"Man wird die Nähe der Ferne vorziehen, und das Auto dem Flugzeug. Außerdem werden Reisende mehr Verantwortung übernehmen müssen, für sich und andere. Teilweise könnte das ein unbeschwertes Urlaubsgefühl verhindern. Aber der Wert des Reisens wird bleiben, vielleicht sogar noch zunehmen." Tourismusforscher Felix Kolbeck

Urlaubsziele in Deutschland und Österreich könnten dadurch gestärkt werden. Die Alpenrepublik lässt ab 15. Juni wieder ausländische Tourismus einreisen. Bei voraussichtlich nur geringen Auflagen, selbst Wellness-Einrichtungen sollen geöffnet werden. In den Reisebüros zeichnet sich auch schon ein Trend zu Urlaubsbuchungen in Deutschland und Österreich ab.

Nachfrage höher als Angebot

Außerdem wollen viele nach Kroatien. Das Land an der Adria ist mit dem Auto oder Wohnmobil in wenigen Stunden von Bayern aus zu erreichen und bietet viele gut ausgestattete Campingplätze. So mancher erhofft sich dort offenbar weniger Einschränkungen als in einem Hotel. Grundsätzlich werden aber sowohl Camping-Urlauber als auch Hotelgäste um die Einhaltung gewisser Abstands- und Hygieneregeln in ganz Europa heuer nicht herumkommen. Zusammen mit den reduzierten Kontingenten könnten gerade die Hygieneauflagen auch eine Auswirkung auf die Preise für den Sommerurlaub haben, erklärt Andrea Lindinger, die Leiterin des ADAC-Reisebüros:

"Die Nachfrage ist momentan höher als das Angebot, deswegen: ja es geht in die Richtung, dass die Preise steigen."Andrea Lindinger, Leiterin ADAC-Reisebüro in München

Generell empfehlen Experten, sich vor einem Reiseantritt ausführlich über die Verhältnisse im Urlaubsland zu informieren, etwa im Reisebüro oder über die Internetseiten des Auswärtigen Amtes. Dort soll die weltweite Reisewarnung ab Mitte Juni durch spezifische Reisehinweise zu den einzelnen Urlaubsländern ersetzt werden.

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Die Corona-Pandemie wirkt sich erheblich auf den Tourismus aus - sowohl für die Reiseanbieter als auch für die Reisenden. Eine Einschätzung von Tourismusforscher Felix Kolbeck.