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© BR/Manuel Mehlhorn
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Peter Kneffel

Im oberbayerischen Wolfratshausen hat das Gewitter gestern Abend Straßen und Keller überschwemmt.

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Unwetterschäden: Darauf müssen Versicherte jetzt achten

Hagelkörner so groß wie Golfbälle, vollgelaufene Keller: Weite Teile Bayerns wurden von schweren Unwettern getroffen. Für Versicherte genügen dann normalerweise die Hausrats- oder die Wohngebäudeversicherung. Die reichen aber nicht immer.

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Von
  • Manuel Mehlhorn
  • Rigobert Kaiser

Wer als Eigentümer Schäden durch Blitzschlag, Sturm oder Hagel hat, ist mit einer Wohngebäudeversicherung gut beraten. Doch die greift nicht bei extremen Wetterereignissen wie Starkregen, Überschwemmungen oder Erdrutschen. In solchen Fällen muss eine Zusatzversicherung her: Die Elementarschadenversicherung. Dazu rät der Bund der Versicherten den allermeisten Immobilienbesitzern.

Schaden so schnell wie möglich der Versicherung melden

In den meisten Fällen bieten Versicherer nur Komplettpakete gegen alle Naturgefahren an, die dann auch äußerst ungewöhnliche Risiken wie Vulkanausbrüche mitversichern. Elementarschadenversicherungen gegen einzelne Gefahren wie Überschwemmungen sind die Ausnahme.

Wenn es dann zum Schaden kommt, also zum Beispiel der Keller vollgelaufen ist, sollten Betroffene den Schaden am besten mit Fotos oder Videos dokumentieren und ihn so schnell wie möglich an die Versicherung melden. Die braucht von den Versicherten nicht nur Name, Adresse und Versicherungsnummer, sondern auch eine Beschreibung des Schadens. Außerdem empfehlen Versicherungen, beschädigte Gegenstände aufzubewahren.

Elementarschadenversicherung: Prämie hängt von der Lage ab

Eine Elementarschadenversicherung kann zwischen 100 und 2.000 Euro pro Jahr kosten. Die Höhe der Prämie hängt vor allem von der Lage der Immobilie ab.

Der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft hat ein vierstufiges Risikosystem namens Zürs entwickelt: Gefährdungsklasse 1 bedeutet geringe Gefahr. In der Klasse vier dagegen ist es wahrscheinlich, dass alle zehn Jahre ein Hochwasser kommt. Die Versicherungskammer Bayern differenziert noch etwas weiter, sie hat ein sechsstufiges System. Auf den jeweiligen Internetseiten kann man nachschauen, in welchem Gebiet die eigene Immobilie steht.

Selbstbeteiligung kann Prämie reduzieren

Bei der Kammer kostet die Elementarschadenversicherung für ein Standardhaus mit 140 Quadratmetern, gebaut 1990, ohne Selbstbeteiligung, rund 135 Euro im Jahr - wenn es in der sichersten Zone steht. Befindet sich das Haus in einer Gegend mit einer hohen Risikoklasse, steigt die Jahresprämie auf über 1.300 Euro.

Der Eigentümer hat die Möglichkeit, die Summe über eine Selbstbeteiligung zu reduzieren. Trägt er bis zu 10.000 Euro selbst, sinkt die Jahresprämie auf gut 800 Euro. In der höchsten Risikoklasse gibt es kein Standardprodukt mehr. Hier werden Prämien und Selbstbehalte per Gutachten ermittelt und festgestellt.

Staatliche Hilfen bei Hochwasser ungewiss

Auf eines können sich Immobilienbesitzer nicht mehr verlassen, dass im Falle eines Hochwassers der Staat einspringt. "Das wurde vor einigen Jahren geändert“, warnt Bianca Boss vom Bund der Versicherten. "Nur noch diejenigen, die jetzt nachweislich keinen Versicherungsschutz mehr bekämen, erhalten staatliche Hilfe", erklärt Boss. Sie rät, sich immer selbst darum zu kümmern, dass existenzielle Risiken abgesichert sind und man sich nicht auf irgendjemanden verlassen muss.

Staatliche Hilfe bekomme nur noch der, der nachweise, dass er tatsächlich keine Versicherung abschließen könne, sagt auch Sascha Straub von der Verbraucherzentrale Bayern. Man müsse dann aber dokumentieren, dass man möglichst viele Versicherungen angefragt hat, fügt Straub hinzu.

Die Versicherer betonen, dass fast alle Häuser versicherbar seien. Das Risiko wird über die Höhe der Jahresprämie und der Selbstbeteiligung geregelt. Und die kann je nach Einzelfall sehr unterschiedlich ausfallen.

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