BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR / Björn Dake
Bildrechte: dpa-Bildfunk / Lane Oatey

Behördengänge sollen für Firmen künftig einfacher werden.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Warum Behördengänge für Unternehmen jetzt einfach werden

Behördengänge sollen für Firmen künftig einfacher werden. Mit dem sogenannten "einheitlichen Unternehmenskonto" können Unternehmen digital mit Ämtern kommunizieren. Entwickelt wurde das Konto in Bayern und Bremen.

Per Mail sharen
Von
  • Björn Dake

Die Pandemie hat gezeigt, dass Deutschland im Digitalbereich noch kräftig Nachholbedarf hat. Das zeigt sich vor allem in der öffentlichen Verwaltung. Der Bund will deshalb mit Hilfe von Bayern und dem Bayerischen Landesamt für Steuern Behördengänge erleichtern: Mit dem sogenannten digitalen Unternehmenskonto. Bayerns Digitalministerin Gerlach nennt es "einen echten Quantensprung". Das Unternehmenskonto sei "ein Weg hin zum digitalen Service-Staat".

Firmengründer können Gewerbe digital anmelden

Ab sofort können Handwerker über das Konto zum Beispiel einen Parkausweis beim Landratsamt beantragen. Wirte eine Gaststättenlizenz. Und Firmengründer können ein Gewerbe digital anmelden. Zum Start lassen sich nach Gerlachs Angaben so knapp 100 Verwaltungsverfahren erledigen. Bis Ende nächsten Jahres sollen alle Behördengänge für Firmen digital angeboten werden.

Konto basiert auf der Elster-Technologie

Das Ganze basiert auf der Elster-Technologie, die viele von der Steuererklärung kennen. Unternehmen können sich über ihr Konto gegenüber Behörden ausweisen und Antworten der Ämter in ihrem Postfach empfangen. Lob für die Entwicklung kommt vom IT-Beauftragten des Bundes, Markus Richter. Er sprach bei der Vorstellung des Unternehmenskontos von "einem Meilenstein".

Wirtschaft wartet schon lange

Die Wirtschaft wartet schon lange darauf. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hatte erst vor kurzem einen "radikalen Wandel in den deutschen Amtsstuben" gefordert. Deutschland sei mit Blick auf seine digitale Verwaltung im EU-Vergleich abgeschlagen. Auch der Präsident des Digitalverbandes Bitkom, Achim Berg, hatte mehr Anstrengungen gefordert. Die Corona-Krise habe Versäumnisse für alle sichtbar und spürbar gemacht. Weiterhin verfolgten Gesundheitsämter Risikokontakte mit Brief und Fax, Homeoffice sei in der Verwaltung zu oft noch ein Fremdwort, so Berg.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!