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Filmpiraterie in Coronazeiten: Verbraucherzentralen warnen vor Anstieg illegaler Downloads

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Unseriöse Streaming-Dienste: Wie man Fallstricke vermeiden kann

Seit die Kinos wegen Corona geschlossen waren, boomen Streamingdienste mit Filmen, die man online anschauen kann. Doch damit steigen auch die illegalen Downloads. Eine Straftat, warnen die Verbraucherzentralen.

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Von
  • Hanna Heim

Große Unternehmen wie Apple, Amazon und Google stellen via Internet Serien und Filme bereit – und etwa die Hälfte aller Deutschen hat mindestens ein entsprechendes Nutzerkonto bei einem solchen Streamingdienst. Mit den Corona-Beschränkungen schossen die Zahlen der neu abgeschlossenen Abos durch die Decke. Seit Anfang des Jahres legten sich allein beim Serien-Marktführer Netflix knapp eine Million Deutsche einen Account an. Und in diesem Windschatten wittern jetzt alte Bekannte wieder ihre Chance.

Je strenger die Ausgangssperren, desto mehr illegale Downloads

Laut MUSO, einem britischen Unternehmen, das der Filmindustrie Zahlen zur Piraterie liefert, sind auch die illegalen Downloadzahlen bei Filmen und TV-Ereignissen mit Beginn der Corona-Pandemie angestiegen. Der Trend: Je strenger die Ausgangssperren in einem Land, desto mehr geklaute Filme wurden angeschaut.

So gab es in Italien 66 Prozent mehr Zugriffe auf solche Streamingportale und in Deutschland 36 Prozent. Und die Befürchtung ist groß, dass mit steigender Arbeitslosigkeit auch mehr Menschen ein Luxusgut wie ein Streamingabo kündigen – und dann schnell wieder bei den illegalen Angeboten landen.

Misstrauisch kann schon der Name machen, wenn zum Beispiel eine Plattform mit "flex" oder ähnlich endet. Manchmal fehlt auch die ".de"-Endung in der URL.

"Im Zweifelsfall bekommt man dann ein Anwaltsschreiben und muss dem Rechteinhaber auch mehrere hundert Euro zahlen." Tatjana Halm, Verbraucherzentrale Bayern

Auf Lockangebote folgen teure Abofallen und saftige Anwaltskosten

Oftmals sei es aber ohnehin offensichtlich, dass man gerade einen geklauten Inhalt anschaut, sagt Halm. Nämlich dann, wenn der Film beispielsweise noch sehr neu ist oder wenn es sich um Live-Sportereignisse handelt, die man unentgeltlich sehen kann.

Diejenigen, die so etwas zur Verfügung stellen, sitzen erfahrungsgemäß nicht in Deutschland, sondern irgendwo in Übersee, erklärt Halm. Und es gehe ihnen darum, mit ihren Lock-Angeboten Geld zu machen - durch Werbung, Daten abgreifen oder durch Abo-Fallen.

Button schützt vor versehentlicher Nutzung

Diese Abofallen schnappen meistens dann zu, wenn man gedankenlos anklickt, den AGBs zuzustimmen. Aber: Hier ist man nicht ausgeliefert.

Denn in Deutschland gilt, dass man vor dem Abschluss eines Vertrages immer einen Button drücken muss, der eindeutig erkennen lässt, dass man sich im nächsten Schritt auf ein Geldgeschäft einlässt. Wenn dieser Knopf nicht zu finden gewesen ist und trotzdem eine Zahlungsaufforderung im Briefkasten landet, sollte man zum einen Widerspruch einlegen, zum anderen auf keinen Fall bezahlen. Denn das Geld sehe man in der Regel nicht wieder, erklärt Tatjana Halm von der Verbraucherzentrale. Wer aber etwas offensichtlich Illegales online anschaut, der hat schlechte Karten.

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