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Unruhen, Terror, Krieg: Reisejahr 2019 mit vielen Turbulenzen | BR24

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Flugbegleiterstreiks und Kontrollversagen im Sicherheitsbereich: Auch auf dem Münchner Flughafen wurden Reisende 2019 auf die Probe gestellt

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    Unruhen, Terror, Krieg: Reisejahr 2019 mit vielen Turbulenzen

    Politische Unruhen, Terror, Krieg - Urlauber und Geschäftsreisende mussten in diesem Jahr häufig ihre Reisepläne ändern. Das zeigt eine aktuelle Erhebung der schwäbischen Firma A3M, die sicherheitsrelevante Ereignisse untersucht.

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    Noch ist das Jahr nicht vorüber, aber schon jetzt gibt es mehr Ereignisse, durch die Reisende in Mitleidenschaft gezogen wurden, als 2018. Die schwäbische Firma A3M untersucht für Touristikkonzerne laufend sicherheitsrelevante Ereignisse.

    Mehr politische Unruhen

    Bis Ende November hat A3M schon mehr als 1.500 Demonstrationen und Unruhen gezählt – rund ein Viertel mehr als im gesamten Vorjahr. Dazu zählen beispielsweise die gewalttätigen Ausschreitungen in Barcelona im Zuge des katalanischen Unabhängigkeitskonflikts. Die Stadt ist eine der beliebtesten Touristenstädte Europas. In Hongkong wurde wegen der Demonstrationen zeitweise der Flughafen gesperrt.

    Zudem hat es in diesem Jahr fast 1.200 Terroranschläge gegeben, ebenfalls mehr als im Vorjahr. Vielen dürfte die Serie von Bombenanschlägen in Sri Lanka an Ostersonntag in Erinnerung sein. Weniger beeinträchtigt wurden die Urlauber in diesem Jahr immerhin von Naturkatastrophen: Erdbeben und Hochwasser waren deutlich seltener.

    Terror, Krieg und Erdbeben: Kann die Reise storniert werden?

    Ob Terroranschläge oder politische Unruhen: Viele Touristen fühlen sich verunsichert und überlegen, ob sie geplante Reisen umbuchen können oder erst gar nicht antreten. Doch den Urlaub kostenfrei zu stornieren, ist nur selten möglich. Die Reiserücktrittsversicherung zahlt bei Terror oder Krieg in der Regel nicht.

    Urlauber können nur dann kostenlos von ihrer Pauschalreise zurücktreten, wenn höhere Gewalt die Reise gefährdet und das zum Zeitpunkt der Buchung noch nicht absehbar war. Als höhere Gewalt gelten Epidemien, Erdbeben, Waldbrände und andere Naturkatastrophen. "Einzelne Terroranschläge und politische Unruhen gelten nur dann als höhere Gewalt, wenn das konkrete Reiseziel betroffen ist - wenn also etwa der geplante Besuch von bestimmten Sehenswürdigkeiten im geplanten Reisezeitraum nicht möglich ist", so die Verbraucherzentrale.

    "Liegt für ein Land eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes vor, so wird von den Gerichten meist anerkannt, dass ein Fall erheblicher Gefährdung vorliegt. Spricht der Hinweis nur von einem erhöhten Risiko, so wird von den Gerichten ein Fall einer erheblichen Gefährdung verneint." Auswärtiges Amt

    Reisewarnungen vom Auswärtigen Amt

    Es lohnt sich in jedem Fall die Warnungen des Auswärtigen Amts zu beobachten. Wenn das Auswärtige Amt vor Reisen in ein Gebiet warnt, ist das ein wichtiges Indiz für ein Kündigungsrecht wegen höherer Gewalt. Rät das Auswärtige Amt ein bestimmtes Gebiet zu meiden, liegt nach Auffassung der Verbraucherzentrale bereits höhere Gewalt vor.

    Insgesamt gilt: Nicht lange zögern. Wer sich unsicher ist, ob er eine Reise antreten möchte, sollte sich zügig an seinen Reiseveranstalter wenden. Denn viele bieten nur eine kurze Frist zur Umbuchung oder Stornierung an.

    Schlechte Chancen für Individualreisende

    Schlecht sieht die Situation für Individualreisende aus: Im Gegensatz zu Pauschalreisenden haben sie kein Kündigungsrecht wegen höherer Gewalt. Wer nur einen Flug gebucht hat, trägt das Katastrophenrisiko allein und ist laut Verbraucherzentrale auf die Kulanz der Fluggesellschaft angewiesen.