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"Und zum Dritten": Wirtschaftsnobelpreis für Auktionstheorie | BR24

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Wirtschaftsnobelpreis für Auktionstheorie

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"Und zum Dritten": Wirtschaftsnobelpreis für Auktionstheorie

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften geht in diesem Jahr an zwei US-Ökonomen: Paul Milgrom und Robert Wilson. Mit ihrer Auktionstheorie haben sie die Grundlage für ganz praktische Anwendungen geschaffen.

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Die beiden US-Ökonomen standen schon lange auf der Favoritenliste für die höchste Auszeichnung in der Wirtschaftswissenschaft. Mit 72 beziehungsweise 83 Jahren sind sie nicht mehr die Jüngsten, aber ihre Forschung war bahnbrechend und wird vielfach angewendet. Zum Beispiel bei der Versteigerung von Mobilfunklizenzen, von Fischereiquoten oder von Emissionsrechten.

Unterschiedliche Auktionen brauchen unterschiedliche Regeln

Sie haben mit ihren Modellen gezeigt, dass eine Auktion, je nachdem, welches Ergebnis sie erzielen soll, auch unterschiedlich gestaltet werden muss. Handelt es sich um eine private Auktion, die von ideellen Motiven getrieben ist, wie zum Beispiel bei Gemälden? Handelt es sich um ein Geschäft – bei dem der höchste Preis erzielt werden soll? Oder geht es um die Verteilung gesellschaftlicher Güter wie dem Strom oder den Telefonfrequenzen? Hier kommt es meist nicht auf die Gewinnmaximierung an, sondern unter anderem auch auf die Sicherheit der Versorgung.

Theorie mit praktischem Nutzen

Das Nobelpreiskomitee hat in diesem Jahr eine gute Balance gefunden zwischen einer wirklich wissenschaftlichen Theorie und deren praktischer Anwendung.

"Was das Faszinierende an der Auktionstheorie ist, dass sie – obwohl sie aus einem sehr theoretischen, sehr abstrakten und mathematischen Gebiet kommt – dass sie ein unglaublich breites Anwendungsfeld gefunden hat und heute tatsächlich eine sehr große und wichtige Rolle spielt. Und in vieler Hinsicht auch als das beste Beispiel für den Nutzen der Spieltheorie ist, die von der Auktionstheorie regelmäßig eingesetzt wird." Klaus Schmidt, Professor für VWL an der LMU-München

Kein echter Nobelpreis

Der Preis für Wirtschaftswissenschaft ist kein "echter" Nobelpreis. Das heißt: Nicht Alfred Nobel hat ihn gestiftet, sondern die schwedische Reichbank. Trotzdem ist der Alfred-Nobel-Gedächtnispreis eine der wichtigsten Auszeichnungen in der Wirtschaftswissenschaft. Der Wirtschaftsnobelpreis wird gemeinsam mit den anderen Preisen an Nobels Todestag, dem 10. Dezember, überreicht.

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