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Umweltgerechtes Verpacken – Industrie will nachhaltiger werden | BR24

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Eine junge Unternehmerin aus Nürnberg stellt Verpackungen aus Jute her. Diese halten Lebensmittel oder Medikamente genauso frisch wie eine Kiste aus Styropor. Immer mehr Verbraucher suchen Alternativen zu Kunststoff, sagt sie.

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Umweltgerechtes Verpacken – Industrie will nachhaltiger werden

Bei der Messe FachPack trifft sich die Verpackungsbranche aus ganz Europa in Nürnberg. Zum 40-jährigen Jubiläum ist Nachhaltigkeit das Leitthema der Messe. Jungunternehmerin Alexandra Kletzsch punktet mit Verpackungen aus Jute.

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Alexandra Kletzsch, Firmengründerin aus Nürnberg, ist mit ihrem Produkt voll im Trend. Kletzsch bietet Polster aus Jute an, die Styropor als Füllmaterial ersetzen sollen. Die Folie, die die Kissen zusammenhält, ist aus Kartoffelstärke. Mit diesen Polstern bietet sie Kartons an, die im Lebensmittelversand oder für Medikamente genutzt werden können – denn "Jute isoliert und schützt ganz ähnlich wie Styropor", so die junge Betriebswirtin.

Von der Nische zur Nachhaltigkeit

Vor einem Jahr hatte die Jungunternehmerin nicht viel mehr als ihre Prototypen mit auf der Messe, nun lässt sie ihre Produkte schon in einem Zulieferbetrieb in Amberg produzieren. Da läuft noch alles mit Handarbeit – aber bei gleichbleibendem Erfolg und steigender Nachfrage denkt sie über eine Teilautomatisierung und größere Stückzahlen nach.

"Auch die Verpackungsbranche oder die Versender müssen sich auf den Endkunden einstellen, und der fordert das in diesem Jahr stärker denn je. Mit den Klimaprotesten, die wir gerade haben, mit dem Nachhaltigkeitsgedanken generell und dem steigenden Interesse an Nachhaltigkeit aus Verbrauchersicht dreht sich eben viel auch in der Verpackungsindustrie." Alexandra Kletzsch, Firmengründerin 'Kompackt61'

Neues Gesetz fordert die Hersteller

Nachhaltigkeit ist Leitthema auf der Messe FachPack – und das sieht man auch im Produktangebot. Von fast 1.600 Ausstellern stellen knapp die Hälfte Packmittel, Maschinen oder Verfahren vor, die umweltgerechtes Verpacken ermöglichen. Ob Nudeltüten aus Algenpolymeren oder Verpackungskisten aus Grasfasern – die Branche reagiert auf die Stimmung in der Bevölkerung und auch auf das neue Verpackungsgesetz, das seit Anfang des Jahres in Kraft ist.

"Die Verpackungsindustrie reagiert schon seit Jahren immer wieder auf die aktuellen Forderungen, die gestellt werden: Im Moment ist die Recyclingfähigkeit ein großes Thema, aber auch der Ersatz durch andere Materialien und Materialreduktion sind gefragt. Also es gibt viele Themen, viele Richtungen, und das ist schon seit Jahren ein wichtiges Thema für die Industrie." Winfried Batzke, Geschäftsführer des Deutschen Verpackungsinstituts

Aber nicht alles, was ökologisch aussieht, hilft auch der Natur. So würden viel mehr Ressourcen eingespart, wenn ein großer Getränkehersteller zehn Prozent weniger Kunststoff für seine Flaschen verwendet, als wenn nur nach alternativen Materialien gesucht würde, so Winfried Batzke, Geschäftsführer des Deutschen Verpackungsinstituts.

Nachhaltigkeit wird ausgezeichnet

Bis zum 26. September tagen die Verpackungsexperten in Nürnberg, präsentieren ihre Produkte und tauschen sich bei Workshops aus. Außerdem wird der Deutsche Verpackungspreis verliehen, darunter auch spezielle Auszeichnungen für Nachhaltigkeit.

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Verpackungen, vor allem solche aus Plastik und Metall, sind ein großes Problem, wenn sie im Restmüll landen. Dabei gibt es mittlerweile viele umweltfreundliche Alternativen, wie ein Rundgang auf der Verpackungsmesse FachPack in Nürnberg zeigt.