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Umstrittene Riester-Rente: Verbraucherinitiative wirbt für Staatsfonds

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Umstrittene Riester-Rente: Verbraucherinitiative für Staatsfonds

Die Riester-Rente ist umstritten, weil in vielen Verträgen hohe Kosten die Renditen drücken, vor allem in der aktuellen Niedrigzinsphase. Heute formiert sich die Verbraucherinitiative "Stoppt die Riester-Rente!" Sie hätte lieber einen Staatsfonds.

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Von
  • Felix Lincke

Nur 1,5 Prozent der Einnahmen braucht die staatliche Rentenversicherung zur Verwaltung ihrer Mitgliedsbeiträge, die inzwischen eine ansehnliche Rendite aufweisen. Die meisten privaten Rentenversicherungen und auch Riester-Produkte schneiden im aktuellen Niedrigzinsumfeld schlechter ab.

Verbraucherschützer halten Riester-Rente für nicht reformierbar

«Die Riester-Rente wurde zwanzig Jahre lang reformiert. Mittlerweile ist klar, sie ist nicht reformierbar», argumentierte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv), Klaus Müller. Die Verbraucherschützer, der Bund der Versicherten und die Bürgerbewegung Finanzwende sprachen sich für einen Neustart für die private Altersvorsorge aus. Jeder gesparte Euro müsse effizient eingesetzt werde. Sie kritisieren die Riester-Rente als teuer und unrentabel.

Unter dem Motto «Stoppt die Riester-Rente – sonst sehen wir alt aus» fordern die drei Organisationen, nach der Bundestagswahl zu Beginn der neuen Legislaturperiode die Riester-Rente zu beenden. Sie plädieren für die Einführung eines öffentlich organisierten Angebots.

Finanzlobby machte Riester teuer

Das war bei der Reform von 2001 ganz anders geplant. Private Versicherer und andere Anbieter von Riesterprodukten versprachen eine wesentlich höhere Rendite als der Staat. Deshalb sollten die Versicherten ein niedrigeres Rentenniveau akzeptieren. Doch diese Rechnung ist nicht aufgegangen. Die Verbraucherallianz "Stoppt die Riester-Rente!" macht dafür die Finanzlobby verantwortlich, die bei der Politik viel zu hohe Kosten durchgesetzt habe.

"Die Modellrechnungen haben gezeigt, dass bei den Produkten im Durchschnitt von 100 eingezahlten Euro 24 Euro erst mal für Kosten draufgehen." Julian Merzbacher von der Bürgerbewegung Finanzwende

Alternativen wären ein zentraler staatlicher Deutschlandfonds, der für alle Bürger Sparguthaben verwalten könnte oder ein Modell wie der Schwedische Staatsfonds, der wesentlich höhere Renditen bietet als die Riester-Produkte.

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