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Umbau in der Autoindustrie: Söder fordert mehr Tempo und Geld | BR24

© picture alliance/dpa

Ministerpräsident Söder sieht Bayerns Autobauer gut für den Strukturwandel gerüstet, fordert aber noch mehr Geld und Tempo seitens der Bundespolitik.

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Umbau in der Autoindustrie: Söder fordert mehr Tempo und Geld

Der Strukturwandel setzt der Autoindustrie zu, Bayern steht besonders im Fokus. Laut Ifo-Institut sind rund 130.000 Jobs gefährdet. Im BR-Interview sieht Ministerpräsident Söder Bayerns Autobauer gerüstet, will aber mehr Einsatz der Bundespolitik.

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Dass Tesla derzeit die deutschen Autobauer das Fürchten lehrt? Der CSU-Chef kann den Hype um den US-Elektroautobauer nicht ganz verstehen: "Tesla ist super, wenn es um Raumfahrt geht. Elon Musk ist ein super Raumfahrtpionier und Visionär. Die Autos sind aus meiner Sicht deutlich schlechter. Darum kann ich die Begeisterung nicht ganz teilen", sagte Markus Söder dem Bayerischen Rundfunk.

Neue Generation - neuer Schwung

Also alles gut in der deutschen und vor allem bayerischen Automobilindustrie? Kann man sich getrost zurücklehnen? Mitnichten, sagt der Ministerpräsident. Auch er weiß, dass Digitalisierung, Klimaschutz und die Diskussion um neue Antriebstechniken die Autobauer im Freistaat gehörig unter Druck setzen. Hätten die hochbezahlten Automanager dies früher erkennen müssen? Wurden wichtige Entwicklungen verschlafen?

"Natürlich hat die deutsche Automobilindustrie in den letzten Jahren auch Fehler gemacht. Das ist ja auch der Grund, weshalb keiner der heutigen Vorstandsvorsitzenden das schon vor ein, zwei Jahren war. Da hat ein großer Generationswechsel stattgefunden bis hin zum Verband. Und auch die Internationale Automobilausstellung kommt hoffentlich bald nach München. Also da gibt es einen neuen Schwung. Eine neue Generation und einen neuen Schwung." Bayerns Ministerpräsident Markus Söder

"Geld schießt Tore"

Mehr Schwung erhofft sich der bayerische Ministerpräsident auch von der Bundespolitik. Der Strukturwandel in der Branche könne nur gelingen, wenn der Bund mehr in den Mobilitätssektor investiere.

"Wir geben zu wenig Geld für Forschung aus. Es findet ein radikaler Technologiewettbewerb statt. Und wie man es aus dem Fußball kennt: Geld schießt Tore. Das ist am Ende in der Forschung genauso. Geld schafft Patente. Zumal wir - anders als China - bei uns auch ein freiheitliches Forschungsklima hätten. Und deshalb wäre mein dringender Appell: Am Ende kann die Automobilstrategie Deutschlands nicht nur in Ermäßigungen für E-Autos enden. Da braucht es sicher mehr Hirnschmalz, da braucht es mehr Geld dafür." Bayerns Ministerpräsident Markus Söder

Söder: Firmen haben Speed und Spirit

Auch angesichts der drohenden Arbeitsplatzverluste im Freistaat hadert Söder mit den jüngsten industriepolitischen Entscheidungen der Bundesregierung, etwa eine Batteriefabrik im Münsterland anzusiedeln anstatt in der Region Ulm/Neu-Ulm, wo man sofort mit der Arbeit hätte loslegen können. Nichtsdestotrotz ist der Ministerpräsident optimistisch, dass der Freistaat auch in Zukunft ein Autoland bleibt. Er setzt auf Technologieförderung und auf die weitere Qualifizierung der Mitarbeiter: "Speed und Spirit bei den Firmen ist jetzt da."

Das gesamte Interview hören Sie am Mittwoch, 5. Februar, um 21.05 Uhr in der Sendung Dossier Politik auf Bayern 2 oder im Podcast Center.

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