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Ufo droht Lufthansa mit weiteren Streiks | BR24

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Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo erhöht mit erneuten Streikdrohungen den Druck auf die Lufthansa. Vor einem Gespräch mit dem Konzern am Wochenende zeigte sie sich bereit, den Ausstand notfalls zu verlängern und auf Tochtergesellschaften auszuweiten.

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Ufo droht Lufthansa mit weiteren Streiks

Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo erhöht mit erneuten Streikdrohungen den Druck auf die Lufthansa. Vor einem Gespräch mit dem Konzern am Wochenende zeigte sie sich bereit, den Ausstand notfalls zu verlängern und auf Tochtergesellschaften auszuweiten.

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Die Lufthansa-Flugbegleiter drohen mit der Ausweitung der Streiks. Der Sprecher der Flugbegleitergewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies, kündigte dies bei Protesten am Frankfurter Flughafen an.

"Entweder wir haben eine Lösung oder wir werden eben verkünden, dass es eine massive Ausweitung geben muss. Weil wenn das noch nicht reicht, ja, dann müssen mehr Unternehmen streiken und dann muss es auch länger sein." Ufo-Sprecher Nicoley Baublies

Am Montag werde laut Baublies das weitere Vorgehen verkündet.

Streik läuft seit Donnerstag

Die Ufo bestreikt seit Donnerstagfrüh die Lufthansa-Kerngesellschaft. Die Lufthansa strich insgesamt 1.300 Flüge und spricht von 180.000 betroffenen Passagieren. Die Gewerkschaft hatte schon am Montag mit einer Ausweitung gedroht. Nach Urabstimmungen ist sie auch bei vier Lufthansa-Töchtern streikbereit - bei Germanwings, Eurowings Deutschland, LufthansaCityLine und SunExpress Deutschland.

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Nach zwei Tagen mit 1.300 Flugausfällen ist die Streikgefahr bei der Lufthansa nicht gebannt. Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo kündigte an, falls die Gespräche mit der Lufthansa am Wochenende scheitern würden, werde der Arbeitskampf fortgesetzt.

Ufo hofft auf Schlichtungsgespräche mit Lufthansa

Ufo streikt für "ganz konkrete Tarifforderungen" wie die Anhebung "uralter Spesensätze", wie Baublies sagte. Auch die "Hungerlöhne für Einsteiger" müssten sich ändern. Die Lufthansa habe "seit einem Jahr" nicht mit Ufo-Vertretern gesprochen. Baublies sagte zugleich, er erhoffe sich, dass am Wochenende ein Vertrag für Schlichtungsgespräche unterschrieben werde. Die Ufo und die Lufthansa wollen dem Vernehmen nach am Sonntag beraten, ob sich der Tarifkonflikt für die 21.000 Lufthansa-Flugbegleiter per Schlichtung lösen lässt.

Die Lufthansa war mit dem Versuch gescheitert, den Ausstand gerichtlich zu verbieten. Konzernchef Carsten Spohr bot daraufhin Verhandlungen über eine Schlichtung am Wochenende an.

Lufthansa hatte solche Gespräche lange abgelehnt: Der Konzern zweifelt die Vertretungsbefugnis der Gewerkschaft nach Querelen im Ufo-Vorstand an und sieht die "Gewerkschaftseigenschaft" ungeklärt.

Über 200 Flugausfälle am Freitag in München

Derweil mussten Passagiere am zweiten Tag der Flugbegleiter-Streiks wieder zahlreiche Ausfälle hinnehmen. Vor allem die Drehkreuze München und Frankfurt waren betroffen. Am Morgen seien bereits 415 von 1.362 Flügen abgesagt worden, sagte ein Sprecher des Frankfurter Flughafens. In München sprach die Lufthansa von mehr als 200 Ausfällen. An den Flughäfen gab es kein Chaos, denn die meisten Kunden waren früh informiert und hatten oft umgebucht. In München waren Schalter und Terminals nach Angaben einer Flughafen-Sprecherin am Morgen leer. In den Terminals in Frankfurt blieb es zunächst ebenfalls ruhig.

Auch am Samstag wird noch nicht alles flüssig laufen

Auch nach dem Ende der Streiks dürfte der Flugverkehr bei der Lufthansa am Samstag noch nicht flüssig laufen. Die Airline erwartet einige Flugabsagen und Verzögerungen, weil Maschinen und Crews noch nicht an den richtigen Einsatzorten sind. Man wolle aber so schnell wie möglich zum normalen Flugplan zurückkehren, sagte ein Sprecher. Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport rechnet zudem mit Andrang, da viele Passagiere wegen der Streiks auf Samstag ausgewichen seien.