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Überraschende Quartalszahlen: BMW sieht sich auf Kurs | BR24

© BR/Gabriel Wirth

Unter dem Strich stieg der Überschuss von BMW um 11 Prozent auf mehr als 1,5 Milliarden Euro.

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Überraschende Quartalszahlen: BMW sieht sich auf Kurs

BMW hat im dritten Quartal sein Ergebnis unerwartet stark steigern können. Der Betriebsgewinn legte um ein Drittel zu auf knapp 2,3 Milliarden Euro. Die Beschäftigten des Münchner Konzerns sind wegen einer anderen Ankündigung dennoch beunruhigt.

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Nach den ersten drei Quartalen sieht BMW-Vorstandschef Oliver Zipse den Konzern auf Kurs, die Jahresziele zu erreichen. Der Münchner Autohersteller hat vor allem im abgelaufenen Quartal wieder Boden gut machen können, unter anderem dank der nach wie vor hohen Nachfrage nach SUVs wie X3, X4 oder dem X7.

Modelloffensive zieht

Dabei konnte BMW in allen großen Regionen weiter zulegen, in China, Europa und den USA, zum Teil gegen den Trend. Ein Grund dürfte sein, dass der Hersteller derzeit zahlreiche neue Modelle im Programm hat, wie die neue 1er- und 3er-Reihe. Man befinde sich nach wie vor in der größten Modelloffensive der Unternehmensgeschichte, so Zipse. Dazu gehören auch einige Elektroautos.

Elektromobilität in Europa wird zulegen

Bei BMW geht man davon aus, dass die Elektromobilität in Europa ab 2021 deutlich zulegen wird, denn dann gelten schärfere CO2-Werte in der EU. Die Münchner bereiten sich vor, indem sie mittlerweile einige Elektroautos im Programm haben. Weitere sollen folgen, wie der elektrische X3, der ab dem nächsten Jahr in China gebaut wird. Der Vorstand setzt auf Prognosen, denen zufolge das Premiumsegment stärker zulegen wird als der Gesamtmarkt.

"An den Märkten wird sich die Lösung durchsetzen, die der Kunde will und weltweit sind die Bedürfnisse recht unterschiedlich." BMW-Chef Oliver Zipse

Beschäftigte sind beunruhigt: Personalkosten sollen sinken

Die Beschäftigten dürfte das aber nur wenig beruhigen. BMW ist auf Sparkurs, denn in diesem Jahr wird mit einem deutlichen Gewinnrückgang gerechnet, auf der anderen Seite steigen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie für Investitionen in Sachanlagen.

Deshalb will der Vorstand die Personalkosten senken, indem unter anderem Verträge von Zeitarbeitern nicht verlängert und die Erfolgsbeteiligungen gekürzt werden sollen. Derzeit laufen Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern. Der Vorstand geht davon aus, dass noch in diesem Jahr ein Ergebnis erzielt wird.

Ladeinfrastruktur soll zügig ausgebaut werden

BMW zeigt sich mit dem Ergebnis des jüngsten Autogipfels in Berlin nur zum Teil zufrieden. Einig sei man sich gewesen, dass der Ausbau der Elektromobilität beschleunigt werden müsse, erklärte Oliver Zipse. So wollen sich die Münchner hierzulande an einem zügigen Ausbau der Ladeinfrastruktur beteiligen. Bis 2021 versprach der Hersteller 4.100 Ladestationen an seinen Standorten in Deutschland aufzubauen, die Hälfte davon soll öffentlich zugänglich sein.

Mit der jetzt vereinbarten Förderung von Elektroautos ist der BMW-Chef dagegen nicht zufrieden, denn der Kauf von Fahrzeugen, die teurer sind als 65.000 Euro, wird nicht gefördert. Zipse spricht sich dagegen für eine höhere, beziehungsweise für eine vollständige Abschaffung der Fördergrenze aus. Das ist nicht überraschend. Die Preise für zahlreiche Modelle des bayerischen Premiumanbieters liegen nämlich über der jetzt vereinbarten Fördergrenze.

BMW will CO2-Ziele einhalten

Noch ist man bei BMW wie bei den Konkurrenten von den CO2-Zielen weit entfernt. Der Vorstand versicherte aber heute noch einmal, dass man die Ziele einhalten wolle. Drohende Strafzahlungen der EU seien keine strategische Option, meinte Finanzvorstand Nicolas Peter.