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Fast alle 400 Loewe-Mitarbeiter müssen gehen | BR24

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Jahrzehntelang war der Fernsehhersteller Loewe ein Wirtschaftsmotor der Region. Nun stellt das Unternehmen den Betrieb ein. Wir blicken auf die Erfolgsgeschichte und das traurige Ende in Kronach.

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Fast alle 400 Loewe-Mitarbeiter müssen gehen

Der Kronacher TV-Hersteller Loewe stellt am kommenden Montag den Betrieb ein. So reagiert die fränkische Traditionsfirma auf die erfolglose Suche nach einem weiteren Geldgeber. Bis auf zehn bis 15 Beschäftigte werden alle Mitarbeiter freigestellt.

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Beim Fernseher-Bauer Loewe verlieren fast 400 Mitarbeiter ihre Arbeit. Wie das Unternehmen den Beschäftigten bei einer Mitarbeiterversammlung mitteilte, wird der Betrieb zum 1. Juli eingestellt. Einer Mitteilung der Geschäftsführung zufolge ist Loewe das Geld ausgegangen. Gläubiger und Investoren waren demnach nicht mehr gewillt, Geld für den Weiterbetrieb zu geben.

Nur noch eine Kernmannschaft bei Loewe

Im Anschluss an die Versammlung sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Rüdiger Weiß:

"Wir haben den Mitarbeitern heute in der Betriebsversammlung mitgeteilt, dass sie zum 1.7. freigestellt werden, bis auf eine Kernmannschaft, um den Investorenprozess voranzutreiben." Rüdiger Weiß, Insolvenzverwalter

Diese Kernmannschaft, die sich unter anderem weiter um einen neuen Investor kümmern soll, werde aber lediglich zehn bis 15 Mitarbeiter umfassen.

Weiß hatte schon zuvor die sogenannte "Insolvenz in Eigenregie" betreut. Am Montag wurde er vom Amtsgericht auch zum vorläufigen Insolvenzverwalter beim jetzt anstehenden regulären Insolvenzverfahren bestimmt.

Für Loewe-Beschäftigte voraussichtlich ab Juli kein Geld mehr

Dem bisherigen Geschäftsführer Ralf Vogt zufolge sind die Gehälter der zuletzt rund 400 Mitarbeiter im Rahmen des Insolvenzgeldes noch bis Anfang Juli gesichert. Weitere Lohnansprüche werden die Mitarbeiter dann möglicherweise aus der Insolvenzmasse beantragen müssen.

Wohl nie mehr Fertigung bei Loewe

Selbst wenn sich ein neuer Geldgeber finden sollte, ist aber offensichtlich keine Produktion von Fernsehern mehr in Kronach geplant. Einem Zukunftskonzept der bisherigen Geschäftsleitung zufolge, soll sich der künftige Betrieb auf die "Kernkompetenzen" Vertrieb, Marketing, Design und Forschung und Entwicklung konzentrieren. Die Herstellung von Fernsehgeräten wird dabei nicht erwähnt.

IG Metall: "Loewe Mitarbeiter wurden verarscht"

Am Morgen hatten über 200 Mitarbeiter von Loewe für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze und für mehr Transparenz beim Insolvenzverfahren demonstriert.

"Die Belegschaft von Loewe wurde die ganze Zeit verarscht", so Jürgen Apfel, der erste Bevollmächtigte der IG Metall in Coburg. Die IG Metall ärgert sich auch über die Ernennung des vorläufigen Insolvenzverwalters, da dieser schon bei der Insolvenz in Eigenverwaltung kein positives Ergebnis für die Mitarbeiter heraushandeln konnte.

Weiter wirft die IG Metall dem Management "Haifischkapitalismus" vor. Es ginge nur noch um Profitmaximierung. Nach der Kundgebung liefen die Mitarbeiter in einem Demozug zur Entwicklungsabteilung. Dort fand die Gläubigerversammlung statt.

💡 Kurze Geschichte von Loewe

Das Unternehmen wurde 1923 von den Brüdern David und Siegmund Loewe gegründet. Anfänglich ging es um die Herstellung von Radios, später auch um den Bau von Fernsehern. Technisch war Loewe häufig ein Vorreiter in der Branche. Seit 2004 kämpft das Unternehmen wegen des wachsenden Preisdrucks mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten. (Erklärt von Dirk Vilsmeier, BR Wirtschaftsredaktion)

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Loewe hat zum 1. Juli offiziell die Insolvenz angemeldet. Dennoch hätten Geschäftsleitung und Gewerkschaft noch ein wenig Hoffnung, dass es vielleicht weitergehen könnte. Das sagte BR-Reporter Markus Klingele der Rundschau.

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Das Kronacher Unternehmen Loewe stellt zum kommenden Montag den Betrieb ein. Damit reagiert der fränkische Traditionshersteller auf die erfolglose Suche nach einem weiteren Geldgeber. Bis auf 10-15 Beschäftigten werden alle Mitarbeiter freigestellt.