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Symbolbild: Ölförderung in Texas
© dpa-Bildfunk / Jerod Foster

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Dirk Vilsmeier
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Symbolbild: Ölförderung in Texas

Eigentlich hatte sich der Ölpreis nach einigen Wochen im Sinkflug gerade erst wieder stabilisiert. Jetzt hat er aber einen weiteren deutlichen Schritt nach unten gemacht. Um rund 20 Prozent sind die Ölpreise damit seit Anfang Oktober gesunken.

Der Hauptauslöser sind die abgemilderten Sanktionen der USA gegen den Iran. Wichtige Großabnehmer wie China, Indien, die Türkei und Italien dürfen weiterhin Rohöl aus dem Iran beziehen. Das hat die Angst vor einer Öl-Knappheit deutlich gesenkt und drückt damit auf die Preise.

“OPEC Plus“ debattiert über Förderkürzungen

Am Wochenende treffen sich allerdings wichtige Ölförderländer in Abu Dhabi. Das Erdölkomitee JMMC prüft dabei den Kurs des OPEC-Plus-Verbandes. Dazu gehören insgesamt 25 Länder, darunter die Staaten der OPEC, aber auch Russland oder beispielsweise Aserbaidschan.

Bei dem Treffen soll es, einem Bericht zufolge, unter anderem um Förderkürzungen im kommenden Jahr gehen. Aus Sicht der Produzentenländer sind die hohen weltweiten Öl-Lagerbestände mit Schuld an den gesunkenen Rohölpreisen. Im Mittelpunkt stehen dabei Verhandlungen zwischen Saudi-Arabien und Russland, wie es heißt.

Saudi Arabien prüft Auflösung der OPEC

Zur Sprache wird bei dem Treffen möglicherweise auch ein Bericht des “Wall Street Journal“ kommen. Das hat diese Woche berichtet, dass eine Expertenkommission Saudi Arabiens gerade prüft, wie sich eine Auflösung des Erdölkartells OPEC auswirken würde. Ausdrücklich heißt es aber, dass es sich bei dem Forschungsprojekt nicht um eine aktive Debatte innerhalb der Regierung handle. Ein kurzfristiger Ausstieg Saudi Arabiens aus der OPEC ist also offenbar nicht geplant.

Spritpreise bleiben hoch

Die sinkenden Ölpreise haben sich in Deutschland allerdings noch nicht bei den Preisen an den Tankstellen durchgesetzt. Nach wie vor bestimmen die Engpässe in der Lieferkette die Preise. Das Niedrigwasser, vor allem auf dem Rhein und dem Main, behindert den Transport von Benzin, Diesel und Heizöl. Schiffe können nicht voll beladen werden, teilweise muss auf deutlich teurere Tanklaster zurückgegriffen werden.

Der ADAC hält die Preisentwicklung an den Tankstellen allerdings für nicht gerechtfertigt. Die höheren Logistikkosten rechtfertigten die hohen aktuellen Preise nicht, heißt es in einer Mitteilung. Die bundesweite Preisgestaltung an den Zapfsäulen sei daher deutlich überzogen. Der ADAC empfiehlt deshalb genau die Preise zu vergleichen.