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Trotz Corona: Deutsche Wirtschaft erholt sich im Rekordtempo | BR24

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Nach dem historischen Einbruch in der Corona-Krise ist die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal wieder kräftig gewachsen. Das Plus betrug laut Bundeswirtschaftsminister Altmaier 8,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

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Trotz Corona: Deutsche Wirtschaft erholt sich im Rekordtempo

Die Bundesregierung hat ihre Wachstumsprognose für das Jahr 2020 nach oben korrigiert. Zwar erwartet sie wegen der Corona-Pandemie immer noch ein ordentliches Minus. Dennoch zeige die deutsche Wirtschaft ihre "Heilungskräfte".

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Von
  • Anita Fünffinger

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier ist guter Dinge. Obwohl Deutschland in der kommenden Woche in einen Teil-Lockdown geschickt wird und niemand wirklich abschätzen kann, wie die Konjunktur das verkraftet, bleibt Altmaier Optimist. Der Grund für die Zuversicht des CDU-Ministers lässt sich in Zahlen ablesen: Die deutsche Wirtschaft habe bewiesen, dass sie auch unter Pandemie-Bedingungen wachsen könne.

Im dritten Quartal Rekordwachstum von 8,2 Prozent

Die deutsche Wirtschaft kann für das dritte Quartal, also für die Monate Juli, August und September, in der Tat ein ordentliches Wachstum nachweisen. Um 8,2 Prozent ging die Wirtschaftsleistung nach oben. Das waren die Monate, in denen die Betriebe wieder hochfahren konnten, Restaurants und Hotels geöffnet waren, das Leben fast "normal" war. Wirtschaftsminister Altmaier nennt diese Zahl "weitaus mehr, als wir annehmen konnten".

Die Freude über das kräftige Wachstum im dritten Quartal versteht sich, wenn man die Zahlen des zweiten Quartals gegenüberstellt. Um satte 9,7 Prozent rutschte das Bruttoinlandsprodukt in den Monaten April, Mai und Juni nach unten. Es waren die Monate mit den schwersten Einschränkungen für Unternehmen sowie das öffentliche und private Leben. Viele Betriebe mussten die Arbeit auch deswegen einstellen, weil internationale Lieferketten aufgrund der Pandemie unterbrochen waren.

Bundesregierung geht für 2020 von minus 5,5 Prozent aus

Wirtschaftsminister Altmaier wollte die Herbstprognose der Bundesregierung eigentlich zwei Tage früher vorstellen. Als aber klar war, dass die Runde der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten gemeinsam mit der Kanzlerin neue Hilfen für den Teil-Lockdown im November verabreden würde, verschob er den Termin. In die Projektionen für das Gesamtjahr 2020 sowie für 2021 sind nun auch die voraussichtlichen Auswirkungen für den November eingerechnet.

War die Bundesregierung zu Beginn der Pandemie im Frühjahr noch von einem Minus von 6,3 Prozent für das Jahr 2020 ausgegangen, Anfang September dann von einem Minus von 5,8 Prozent, rechnet sie nun damit, dass die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 5,5 Prozent sinken wird. Altmaier betont, der Unterschied zur Situation im Frühjahr sei nun, dass die Industrie und das produzierende Gewerbe weiterarbeiten können. Sie betrifft der Teil-Lockdown im November nicht.

Voraussetzung für gute Wirtschaftsdaten: niedrigere Infektionszahlen

Die Berechnung des voraussichtlichen Wachstums hat eine große Unbekannte: die Infektionszahlen. Ein harter Corona-Winter kann die erwartete Konjunkturerholung noch zunichte machen. Wirtschaftsminister Peter Altmaier spricht von einem Scheideweg: "Nur wenn es uns gelingt, die Kurve der Neuinfektionen wieder abzuflachen, kann sich der Erholungsprozess unserer Wirtschaft dauerhaft fortsetzen und schwerer Schaden für Unternehmen und Beschäftigte verhindert werden."

Das Pendel könne in die eine oder die andere Richtung ausschlagen, so Altmaier. Er setze nun auf Verantwortungsbewusstsein und Disziplin in der Gesellschaft. Für das kommende Jahr seien Einschätzungen daher schwierig. Dennoch geht die Bundesregierung für 2021 von einem Wachstum von 4,4 Prozent aus.

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