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Trotz Chipmangel: Autoindustrie erwartet Wachstum in China | BR24

© BR / Steffen Wurzel

Der Automarkt in China ist 2020 das dritte Jahr in Folge geschrumpft, zieht seit dem Jahresende aber wieder an. Damit bleibt der chinesische Markt in der Corona-Krise ein Lichtblick für deutsche Autobauer.

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Trotz Chipmangel: Autoindustrie erwartet Wachstum in China

Der Automarkt in China zieht seit dem Jahresende wieder an. Damit bleibt der chinesische Markt in der Corona-Krise ein Lichtblick für deutsche Autobauer. Doch der Mangel an Mikrochips stellt die Automobilbranche vor große Herausforderungen.

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Von
  • Leonie Thim
  • Steffen Wurzel

Der Volkswagen-Konzern erwartet in China ein weiterhin starkes Wachstum. Der Autobauer mit seinen Töchtern Audi und Porsche hofft, mit den Verkäufen in China die Auto-Absatzflaute in Europa abzufedern. Auch der ohnehin schon hohe Marktanteil von VW-Autos in China soll nach Firmenangaben weiter wachsen. Fast jedes fünfte neu verkaufte Auto (19,3 Prozent) in China stammt heute von der Volkswagengruppe.

Fehlende Mikrochips setzen Autobauern zu

Probleme bereiten den großen Autokonzernen fehlende Mikrochips und zwar nicht nur in China, sondern weltweit.

Wenn Halbleiter fehlen, können keine Autos produziert werden. Wegen fehlender Mikrochips hat allein die Volkswagen-Gruppe im Dezember in China rund 50.000 Autos weniger produziert als geplant. Es lasse sich sehen, wie verletzlich Industrien heute seien, wenn nur ein Chip fehlt, beurteilt China-VW-Chef Stephan Wöllenstein die aktuelle Situation.

Zwar sind viele unterbrochene Lieferketten nach dem Corona-Crash vergangenes Jahr wieder weitestgehend repariert, eine unentbehrliche Gruppe von Bauteilen fehlt aber derzeit immer häufiger: Halbleiter-Module, die Basis aller elektronischen Systeme und Mikrochips in jedem PKW.

Nachdem die Nachfrage der Autoindustrie nach Halbleitern im Zuge der Corona-Krise vergangenes Jahr abgenommen hatte, hat die deutsche Elektroindustrie nach neuen Abnehmern gesucht, erklärt der Geschäftsführer des Branchenverbands ZVEI, Wolfgang Weber. "Chiphersteller mussten ihre Kapazitäten umstellen und neue Abnehmer finden, was geglückt ist", sagt Weber.

Halbleiterhersteller suchten sich andere Abnehmer

Die deutsche Elektroindustrie lieferte vermehrt Halbleiter an die Unterhaltungselektronik-Branche und an Medizintechnikunternehmen. Die Autoproduktion habe nun rascher wieder angezogen als vermutet. Die Chiphersteller benötigten daher "ein paar Monate, um ihre Produktion wieder umzustellen und die Nachfrage wieder decken zu können. Schneller geht es leider nicht – das sollten die Autohersteller verstehen und künftig stärker berücksichtigen", sagt Weber.

VW setzt in China auf Elektromobilität

Die Elektromobilität in China wächst. Zwar wurden insgesamt weniger PKW in China verkauft, der Absatz elektrisch und hybrid betriebener Autos (NEV) aber stieg im vergangenen Jahr um 7,4 Prozent auf 1,15 Millionen. Von diesem Wachstum der Elektromobilität will auch Volkswagen nach eigenen Angaben profitieren und hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2025 rund 1,5 Millionen NEV-Autos in China zu verkaufen.

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