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Trotz Boom: Paketzusteller verdienen immer weniger | BR24

© pa/dpa/FrankHoermann/SVEN SIMON

Paketzusteller

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    Trotz Boom: Paketzusteller verdienen immer weniger

    Die Verdienste der Paketzusteller in Deutschland sind in den letzten zehn Jahren deutlich gesunken. Und das, obwohl die Paket- und Kurier-Branche boomt.

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    Die Paketbranche boomt, aber die Zusteller haben in den vergangenen Jahren immer weniger verdient. Von 2007 bis 2017 sei das Bruttogehalt um 13 Prozent gesunken, berichtet die "Rheinische Post" unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linkspartei. Demnach verdienen Paketzusteller nur noch rund 2.480 Euro statt knapp 2.860. Dieser Abnahme stehe ein Anstieg der Vergleichsentgelte in der Gesamtwirtschaft um 23,7 Prozent gegenüber, so der Zeitungsbericht.

    Linken-Abgeordneter Meiser: "Realität noch düsterer"

    Der Linken-Bundestagsabgeordnete Pascal Meiser wies in dem Zeitungsbericht darauf hin, dass die Realität noch düsterer aussehe, weil in der Statistik ausländische Subunternehmer nicht erfasst seien. "Die Bundesregierung muss dringend gegen die Schmutzkonkurrenz vorgehen, die die Löhne in dieser Branche immer mehr unter Druck setzt." Meiser fordert, die Paketzustellung müsse wie die Briefzustellung an eine Lizenz geknüpft werden, die bei Rechtsverstößen entzogen werden könne. Zudem sprach er sich für verstärkte Kontrollen aus.

    Arbeitsminister Heil will Gesetz, Wirtschaftsminister Altmaier dagegen

    Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte angekündigt, einen Gesetzentwurf vorzulegen, der für korrekte Arbeitsbedingungen und Sozialstandards in der Paketbranche sorgen soll. Die sogenannte Nachunternehmerhaftung soll auf diese Branche ausgeweitet werden - der eigentlich Auftraggeber wäre also für die Arbeitsbedingungen bei allen Subunternehmern verantwortlich. Bei Verstößen ihrer Subunternehmer gegen die Sozialversicherungspflicht müssten so die großen Zustelldienste haften und die Beiträge zahlen.

    Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hingegen blockt Heils Pläne ab. Betriebe für ihre Subunternehmer haftbar zu machen, sei bürokratisch und falsch, so der Wirtschaftsminister Anfang März in der "Rheinischen Post". Er setzt auf mehr Kontrollen und verweist auf die alleinige Zuständigkeit des Zolls.