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Matthias Jena starb 60-jährig nach längerer Krankheit. Er war im Mai als Vorsitzender des DGB-Bayern aus Gesundheitsgründen zurückgetreten.

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Trauer um Bayerns langjährigen DGB-Chef Matthias Jena

Mitte Mai legte Matthias Jena für viele überraschend das Amt als DGB-Chef in Bayern nieder – aus gesundheitlichen Gründen. Jetzt ist der in München geborene und in Würzburg aufgewachsene Gewerkschafter im Alter von 60 Jahren gestorben.

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Von
  • Birgit Harprath
  • Julia Kammler
  • BR24 Redaktion

Seiner Gesundheit wolle er oberste Priorität einräumen – das gab Matthias Jena im Mai als Grund an, warum er nach elf Jahren nicht mehr das tun wollte, was ihn bis dahin ausgefüllt hatte: Gewerkschafter zu sein, und das an der Spitze des Dachverbandes in Bayern. Woran er konkret erkrankt war, dazu machte er keine Angaben.

Bestürzung über Tod von Matthias Jena

Beim DGB in Bayern zeigt man sich bestürzt über die Nachricht vom Tod des Spitzenfunktionärs. Man hätte ihm noch viel mehr Zeit mit der Familie und seinen Freunden gewünscht, heißt es in einer Erklärung. Mit Jena verliere der Dachverband einen Menschen, der über viele Jahre sich um die Gewerkschaftsbewegung in Bayern verdient gemacht habe.

Auch Bayerische Politiker nahmen, über die Parteigrenzen hinweg, Anteil an Jenas Tod. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) würdigte ihn als Kämpfer für Arbeitnehmerrechte, soziale Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) sprach von einem "großen Verlust". Und auch aus der bayerischen SPD kamen betroffene Reaktionen. "Mit ihm geht ein Großer der Arbeiterbewegung in Bayern", so die Landesvorsitzenden der Partei, Ronja Endres und Florian von Brunn.

2010 Nachfolger von Fritz Schösser beim DGB Bayern

Diese Zeit begann 1991. Nach dem Studium der Politik und evangelischen Theologie wurde er beim DGB-Bezirk angestellt, wechselte 2006 zur bayerischen IG Metall in die Presseabteilung, bevor er dann 2010 zum DGB-Chef in Bayern gewählt wurde - als Nachfolger von Fritz Schösser.

Jena versuchte nicht erst, in dessen große Fußstapfen zu treten. Er fand seinen eigenen, leiseren und verbindlicheren Stil. Die in Bayern ungleichen Lebensverhältnisse hat das SPD-Mitglied dabei gegenüber der Politik immer wieder kritisiert. Er stand in erster Reihe, wenn es um Migranten und deren Rechte ging.

Engagement in vielen Funktionen

Jena hatte etliche weitere Funktionen inne, saß im Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit, der AOK Bayern und im Rundfunkrat des BR. Außerdem sorgte als Mitglied der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche für den Austausch zwischen Gewerkschaften und Kirchen. Und wer ihm eine Freude machen wollte, der schenkte ihm Karten für ein klassisches Konzert.

Jena hinterlässt eine Frau und zwei Töchter.

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Der langjährige Vorsitzende des DGB Bayern, Matthias Jena, ist tot. Er starb im Alter von 60 Jahren, wie die Gewerkschaft mitteilte. Jena war am 18. Mai aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt zurückgetreten, das er seit 2010 bekleidet hatte.

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