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Traton: Münchner LKW-Tochter von VW will US-Firma übernehmen | BR24

© BR/Gabriel Wirth

Volkswagens Lkw- und Bustochter Traton will ihr Geschäft in Nordamerika mit einer Milliardenübernahme ausbauen. Der Konzern will den Truckhersteller Navistar kaufen und damit gegenüber Daimler aufholen. Bisher ist Traton in den USA kaum vertreten.

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Traton: Münchner LKW-Tochter von VW will US-Firma übernehmen

Volkswagens Lkw- und Bustochter Traton will ihr Geschäft in Nordamerika mit einer Milliardenübernahme ausbauen. Der Konzern will den Truckhersteller Navistar kaufen und damit gegenüber Daimler aufholen. Bisher ist Traton in den USA kaum vertreten.

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Im Nutzfahrzeugmarkt bahnt sich eine Milliardenübernahme an. Die Münchner Traton Group will den amerikanischen LKW-Hersteller Navistar übernehmen, wie das Unternehmen mitteilte. Die VW-Tochter bietet 35 Dollar pro Aktie. Allerdings könnte es noch Widerstand geben.

Der Chef des Nutzfahrzeugherstellers Traton, Andreas Renschler, hat Großes vor: er will das Unternehmen zu einem Global Champion aufbauen. Allerdings ist Traton mit seinen Marken MAN und Scania in den USA bisher kaum vertreten - anders als die beiden schärfsten Konkurrenten Daimler und Volvo.

Daimler noch deutlich größer als Traton

Bisher ist Traton in den USA kaum vertreten, während Rivale Daimler beispielsweise mit der Marke Freightliner dort eine seiner großen Stärken hat. Allerdings ist Traton dafür seinerseits in Europa und Südamerika präsenter.

Daimler führt den Weltmarkt bei schweren Nutzfahrzeugen an. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres wurden 390.694 Lkw und Busse verkauft - mehr als doppelt so viele Fahrzeuge wie bei Traton in dem Zeitraum.

Traton plant Aufholjagd mit Navistar

Um aufholen zu können hat sich die VW-Tochter schon vor Jahren an dem amerikanischen LKW-Hersteller Navistar beteiligt. So will man sich den wichtigen Nutzfahrzeugmarkt in den Vereinigten Staaten erschließen. Doch eine Beteiligung scheint Traton nicht mehr zu reichen. Der amerikanische Partner soll komplett übernommen werden.

Traton bietet dafür 2,9 Milliarden Dollar. Man sei der Auffassung, dass die vorgeschlagene Transaktion den logischen nächsten Schritt darstelle und weitere Vorteile schaffen werde. Die Rede ist von strategischen und finanziellen Vorteilen.

Navistar lehnt "feindliche Übernahme" ab

Allerdings könnte die Umsetzung schwierig werden, denn es sieht nach einer feindlichen Übernahme aus. Die Führung von Navistar wurde in die Fusionspläne bisher nicht eingebunden. Der Verwaltungsrat des US-Unternehmens sprach in einer ersten Stellungnahme von einem unaufgeforderten Angebot, das sorgfältig daraufhin geprüft werden müsste, ob es zur eigenen Strategie passe.

Die Geschäftsleitung riet den Aktionären, zunächst nichts zu unternehmen.