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Ticker Audi-Strafprozess: Das war der erste Tag | BR24

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Der langjährige Audi-Chef Rupert Stadler verlässt nach dem ersten Prozesstag das Landgericht und steigt in eine Limousine.

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Ticker Audi-Strafprozess: Das war der erste Tag

Der erste Prozesstag im Verfahren gegen den früheren Audi-Chef Rupert Stadler und drei weitere Angeklagte ist für heute zu Ende. Das Gericht sieht bei Stadler offenbar vor allem den Tatbestand des "Unterlassens". Hier der Prozessticker.

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Von
  • Dirk Vilsmeier
  • Johannes Lenz
  • Sebastian Hanisch

Die wichtigsten Meldungen zum Prozess:

  • Ein schnelles Fazit: Das war der erste Tag (16.45 Uhr)
  • BR-Reporter: Anklage gegen Stadler gar nicht so umfangreich (15.45 Uhr)
  • Verteidiger fragen nach Autos der Richter (12.20 Uhr)
  • Die Anklageschrift wird verlesen (11.00 Uhr)

17.00 Uhr: Gericht geht bei Stadler von "Unterlassen" aus

Der erste Tag des Strafprozesses um den Dieselskandal ist mit einer guten Nachricht für den angeklagten Ex-Audi-Chef Rupert Stadler zu Ende gegangen. Nach Einschätzung des Gerichts kommt bei den Stadler zur Last gelegten Taten kein aktives Tun sondern nur Unterlassen infrage.

Die Staatsanwaltschaft war in der stundenlang verlesenen Anklageschrift unter anderem von Betrug sowohl in mittelbarer Täterschaft als auch durch Unterlassen ausgegangen. Bei Taten durch Unterlassen ist der Strafrahmen zwar grundsätzlich gleich, kann aber reduziert werden. Insgesamt wäre - im Falle einer Verurteilung - somit eine geringere Strafe zu erwarten.

16.45 Uhr: ein schnelles Fazit - das war der erste Tag

Der erste Tag des Audi-Dieselskandal-Prozesses hat gebracht, was sich die Münchner Staatsanwaltschaft erhofft hat: Die vollständige Anklageschrift, insgesamt 92 Seiten, konnte verlesen werden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem prominentesten Angeklagten, dem Ex-Audi-Chef Rupert Stadler, Betrug, mittelbare Falschbeurkundung und strafbare Werbung vor.

Audi gilt als die Mutter des Dieselskandals, weil der Konzern auch VW und Porsche mit größeren Motoren beliefert hat, in denen eine unzulässige Abschalteinrichtung verbaut war. Dadurch waren die Dieselfahrzeuge auf der Straße schmutziger als auf dem Prüfstand. Stadler weist aber jede Schuld von sich. Genauso wie der mitangeklagte Ex-Audi-Motoren-Chef Wolfgang Hatz. Doch die anderen beiden angeklagten Ingenieure sind geständig.

Im nächsten Schritt geht es um die spannende Frage: Wer wusste wann von was? 300 Zeugen muss die Staatsanwaltschaft verhören und dabei tief in technische Details eintauchen. In der kommenden Woche wollen sich dann die Angeklagten über ihre Verteidiger zu Wort melden.

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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Peter Kneffel

Der erste Tag im Audi-Strafprozess

16.05 Uhr: Der erste Prozesstag ist zu Ende

Nach rund sechseinhalb Stunden ist der erste Prozesstag zu Ende. Im Wesentlichen wurde die Anklageschrift verlesen - immerhin 92 Seiten. Jetzt erst können die wenigen Reporter, die im Gerichtssaal dabei waren, zusammenfassen, was sie gehört und gesehen haben.

15.45 Uhr: "Vorwürfe gegen Stadler gar nicht so umfangreich"

Mit vor Ort beim Prozess ist BR-Reporter Christoph Arnowski. Er zeigt sich überrascht darüber, dass die Vorwürfe in der Anklageschrift gegenüber Stadler gar nicht so umfangreich sind. Denn 85 von 92 Seiten beschäftigen sich mit den drei Mitangeklagten von Stadler.

© BR
Bildrechte: BR

BR-Reporter Christoph Arnowski meldet sich vom Prozess gegen Ex-Audi-Chef Rupert Stadler mit Einschätzungen zum ersten Prozesstag.

15.30 Uhr: Dudenhöffer: "Stadler möglicherweise naiv dabei gewesen"

Auch der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer beobachtet genau, was der Audi-Prozess an Details aufdeckt. Er geht davon aus, dass dabei auch offengelegt wird, wie die Unternehmensstrukturen bei Audi und VW waren – wie über so lange Zeit in einem Konzern Gesetze verletzt werden konnten. Außerdem werde der Prozess dazu beitragen, dass alle, die geschädigt wurde, erfahren, warum es so gelaufen ist.

Über Stadler sagt Dudenhöffer, dass dieser Ökonom sei und möglicherweise die Technik nicht hundertprozentig beurteilen konnte. Veilleicht sei er bei Dieselgate als ein eher naiver Kollege dabei gewesen. Dudenhöffer geht davon aus, dass die Abgasmanipulationen im VW-Konzern den Diesel zerstört haben, ihm die Zukunftsfähigkeit genommen haben.

© BR
Bildrechte: BR

Der Automobilexperte Prof. Ferdinand Dudenhöffer über den Angeklagten Ex-Audi-Chef Rupert Stadler, zur Dieselgate, dem Prozess und die Zukunft des VW-Konzerns.

14.45 Uhr: Jumpsuit statt Anzug - wie die USA mit kriminellen Managern umgehen

Seit heute Vormittag läuft der Prozess nun gegen Ex-Audi-Chef Rupert Stadler und drei weitere Angeklagte. Ziemlich genau fünf Jahre, nachdem die Vorwürfe gegen VW und Audi bekannt wurden. Eine ziemlich lange Zeit.

In den USA ist man da weiter: dort wurde schon 2017 ein deutscher VW-Manager zu sieben Jahren Haft verurteilt: Oliver Schmid war Umweltbeauftrageter im Konzern und soll die US-Behörden belogen haben. Aber warum geht es in den USA scheinbar schneller? Wie geht die Justiz dort mit mutmaßlich kriminellen Managern um? Ein Bericht von unserer US-Korrespondentin Julia Kastein.

© ARD/Julia Kastein
Bildrechte: dpa/pa/Friso Gentsch

In den USA wird mutmaßlich kriminellen Managern schneller der Prozess gemacht.

13.19 Uhr: Das Verfahren geht weiter

Nach einer Mittagspause wird jetzt die Anklageschrift weiter verlesen. Vor der Pause war man bis auf Seite 43 gekommen. Gute 50 Seiten fehlen also noch.

12.20: Verteidiger wollen wissen, welche Autos Richter und Schöffen fahren

Der Verteidiger des ehemaligen Audi-Chefs Rupert Stadler hat zum Auftakt des Betrugsprozesses Auskunft über die Autos der Richter gefordert. Hintergrund sei ein möglicher Ausschlussgrund wegen Befangenheit, sagte Stadlers Anwalt Thilo Pfordte im Prozess. Die Richter und die Schöffen der 5. Strafkammer sollten Auskunft erteilen, ob sie oder ihre Ehepartner seit 2009 ein Dieselauto des VW-Konzerns gefahren haben.

Der Verteidiger des angeklagten ehemaligen Audi-Motorenchefs und Porsche-Vorstands Wolfgang Hatz, der Anwalt Gerson Trüg, schloss sich diesem Antrag an.

© BR/Gabriel Wirth
Bildrechte: dpa/pa/PEter Kneffel

Verteidiger im Audi-Strafprozess fragen nach Autos von Richtern und Schöffen

12.05 Uhr: BR Reporterin Verena Schälter über den Auftakt des Audi-Strafprozesses

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BR-Reporterin Verena Schälter meldet sich aus München mit ersten Einschätzungen zum Prozess gegen Ex-Audi-Chef Rupert Stadler.

12.00 Uhr: DJV: "Als ginge es um einen Taschendiebstahl"

Zum Auftakt des Dieselskandal-Prozesses hat der Deutsche Journalisten-Verband die aktuelle Praxis bei der Zulassung von Medienvertretern in großen Prozessen kritisiert. So seien bei dem heute begonnen Verfahren lediglich zehn Berichterstatter im Gerichtssaal zugelassen. Das sei auf jeden Fall zu wenig, so der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall.

"Das Gericht behandelt das Verfahren gegenüber den Medien so, als würde über einen Taschendiebstahl verhandelt", kritisiert Überall. "Dabei reden wir über gigantische Betrugsvorwürfe und den ersten Prozess zur VW-Dieselaffäre in Deutschland."

11.30 Uhr: Anklageschrift wird verlesen

Ex-Audi-Chef Rupert Stadler weist nach wie vor jede Schuld von sich, berichtet unser BR24-Reporter, Karsten Böhne. Die Beweisführung sei nicht leicht. Es reiche nicht, zu behaupten, dass Stadler von Manipulationsvorgängen hätte wissen müssen. Man müsse Stadler vielmehr in dem Prozess nachweisen, dass er auch tatsächlich davon wusste.

10.00 Uhr: Der erste Eindruck unseres Radio-Reporters

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Auftakt im Audi-Strafprozess

9.45 Uhr: Der Audi-Strafprozess hat begonnen

Der Strafprozess gegen Rupert Stadler und drei weitere Angeklagte hat begonnen. Er beginnt mit der Verlesung der etwa 100-Seitigen Anklageschrift. Den Angeklagten wird Betrug, mittelbare Falschbeurkundung und strafbare Werbung vorgeworfen. Konkret geht es um die Abgasmanipulation an zahlreichen Fahrzeugen von Audi. Gut zwei Jahre soll der Prozess jetzt dauern – 180 Verhandlungstage sind angesetzt.

9.15 Uhr: Rupert Stadler kommt an

Der prominenteste Angeklagte des Prozesses, der Ex-Audi-Chef Rupert Stadler, kommt vor dem Gerichtsgebäude an. Mit einem "Guten Morgen" begrüßt er die anwesenden Berichterstatter.

9.00 Uhr: Warten auf die Prozessbeteiligten

Angeklagte, Besucher, und Berichterstatter werden in das Prozessgebäude an der Stettnerstraße in München gelassen. Ob die Verhandlung pünktlich um 9.30 beginnen wird, ist angesichts des Andrangs offen.

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Hunderttausendfache Täuschung - so lautet nur einer der Vorwürfe gegen Ex-Audi-Chef Stadler im Dieselskandal. Heute beginnt der Prozess gegen ihn. Er selbst beteuert weiter seine Unschuld.

7.30 Uhr: In zwei Stunden geht es los

6.00 Uhr: Stadler als Angeklagter im ersten deutschen Diesel-Strafprozess

Der Verhandlungssaal befindet sich laut Justiz deshalb im Gefängnis München-Stadelheim, weil der Saal dort der größte ist. Und trotzdem reicht er nicht annähernd aus: 280 Journalistinnen und Journalisten haben sich akkreditiert, gerade mal 10 Plätze gibt es für sie im Saal. Grund dafür sind die strengen Hygienevorschriften wegen der Corona-Pandemie.

Fünf Jahre nach Aufdeckung des VW-Dieselskandals soll heute um 9.30 Uhr der erste deutsche Strafprozess in dieser Sache beginnen.

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Zum Auftakt wollen die Staatsanwälte die 90 Seiten lange Anklage verlesen, fünf bis sechs Stunden lang.

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Im Hochsicherheitssaal der Justizvollzugsanstalt Stadelheim sind die Sitzplätze vorbereitet - wegen Corona weit weniger als sonst.

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Der Verhandlungssaal wird kameraüberwacht. Hier werden später auch die Angeklagten Platz nehmen.

29.09.20, 17 Uhr: Der Tag vor dem Strafprozess

Das Interesse am Strafprozess im Dieselskandal ist groß: Vor der Justizvollzugsanstalt Stadelheim, in der sich der Verhandlungssaal befindet, bereiten sich Medienvertreterinnen und Medienvertreter vor und positionieren die Übertragungswägen.

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Der Prozess findet im Gefängnis München-Stadelheim statt. Grund laut Justiz: Der Verhandlungssaal in Stadelheim ist einfach der größte.

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Der Eingang zum Hochsicherheitssaal der JVA Stadelheim - schon lange vor dem Prozessbeginn sichern sich Medienvertreter einen Platz.

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Die Übertragungswägen stehen bereit: Für die ARD berichtet der BR über den ersten deutschen Strafprozess im Dieselskandal.

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