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Thomas-Cook-Pleite steht für die Probleme der ganzen Branche | BR24

© ARD / Marc Dugge

Der Reisekonzern Thomas Cook ist pleite. Viele Urlauber fragen sich nun, ob dies auch anderen Anbietern drohen kann. Die Branche ist im Umbruch. Viele Probleme bei Cook sind aber selbst gemacht - und auch der Brexit spielt eine Rolle. Eine Analyse.

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Thomas-Cook-Pleite steht für die Probleme der ganzen Branche

Der Reisekonzern Thomas Cook ist pleite. Viele Urlauber fragen sich nun, ob dies auch anderen Anbietern drohen kann. Die Branche ist im Umbruch. Viele Probleme bei Cook sind aber selbst gemacht - und auch der Brexit spielt eine Rolle. Eine Analyse.

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Thomas Cook ist der älteste Reiseanbieter der Welt. Vor 178 Jahren gegründet, steht er nun für die Probleme einer ganzen Branche. Das Unternehmen kämpft seit Jahren gegen den Zusammenbruch und musste schon einmal gerettet werden. Der drohende Brexit verschärfte die Situation.

Thomas Cook - auch ein Brexit-Opfer

Die Unsicherheiten um den bevorstehenden Brexit hielten zuletzt viele Briten davon ab, Auslandsreisen zu buchen. Die meisten Reisen von Thomas Cook gingen in klassische europäische Urlaubsländer wie Spanien, Griechenland und Zypern. Reisen in die Türkei waren in Folge des missglückten Putschversuchs eingebrochen und erst in letzter Zeit wieder stärker gefragt. Im Zuge der Unsicherheiten um den Brexit brach der Kurs des britischen Pfundes ein. Auslandsreisen wurden für die Briten teurer. Die Buchungszahlen bei Thomas Cook gingen zurück.

Billigflieger machen Pauschalreisen uninteressant

Die Reisebranche ist seit Jahren im Umbruch. Früher waren Pauschalreisen für viele Urlauber, vor allem Familien, das Angebot der Wahl. Die Anbieter warben mit dem Rundum-sorglos-Paket von Flug und Hotel oder Ferienanlage. Thomas Cook betreibt Anlagen in 16 Ländern. Onlinebuchungen und die Angebote der Billigflieger wie Ryanair haben das Reisen aber individualisiert.

Immer öfter buchen Urlauber ihre Reisen nicht mehr im Paket, sondern setzen ihren Urlaub im Internet selbst zusammen. Das bringt Reisekonzerne wie Thomas Cook in Schwierigkeiten, vor allem, wenn sie auch noch eine eigene Flugzeugflotte betreiben. Auch deshalb musste Thomas Cook schon einmal gerettet werden, sitzt aber seitdem auf einem Schuldenberg von zuletzt 1,7 Milliarden Pfund.

Weitere Anbieter gefährdet

Reiseexperten befürchten nun einen Domino-Effekt. Wenn Thomas Cook als Anbieter ausfällt und auch dessen Töchter wie Neckermann Reisen, Öger Tours oder Bucher Last Minute, schmälert dies das Geschäft mittelständischer Reisebüros. Haben sie zudem trotz Warnungen innerhalb der Branche auch in den vergangenen Monaten noch Reisen von Thomas Cook verkauft, könnten sie von Reisenden zum Regress aufgefordert werden. Das wiederum könnte manches Reisebüro in die Knie zwingen.

Luftfahrtexperten befürchten auch weitere Insolvenzen bei Fluggesellschaften. Billig-Fluglinien nehmen immer mehr touristische Ziele wahr und auch klassische Linienanbieter wie Lufthansa mischen in diesem Markt mit. Das bremst zusätzlich Anbieter wie die Thomas-Cook-Tochter Condor.

Video: Altmaier wünscht sich Perspektive für Cook-Beschäftigte

© BR

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat sich zur Pleite von Thomas Cook geäußert. Er wünsche sich vor allem eine Perspektive für die Beschäftigten, betonte der Minister.